QUELLROCK: «Wir sind keine richtigen Musiker»

The Sublinguals aus Buchs spielen als regionaler Opener am Quellrock Open Air in Bad Ragaz. Seit rund zwanzig Jahren besteht die Band. Der Spass am Spielen und die Freundschaft verbinden.

Mengia Albertin
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The Sublinguals – das sind Gitarrist Dario Winter, Bassist Tom Mayer, Schlagzeuger Chrigel Grünig, Sänger Miro Sabljo und Gitarrist Remie Blaser (v. l.). (Bild: Stefan Kaiser)

The Sublinguals – das sind Gitarrist Dario Winter, Bassist Tom Mayer, Schlagzeuger Chrigel Grünig, Sänger Miro Sabljo und Gitarrist Remie Blaser (v. l.). (Bild: Stefan Kaiser)

Mengia Albertin

mengia.albertin@wundo.ch

Die Hardcore-Punkband The Sublinguals aus Buchs sind eine geballte Ladung an Energie. Die laute Musik mit charakteristischem Schreigesang mag nicht für jedermanns Ohren etwas sein. Doch die Leidenschaft und Sympathie der fünf Bandmitglieder Tom Mayer, Miro Sabljo, Chrigel Grünig, Remie Blaser und Dario Winter überzeugt. «Auf der Bühne können wir die Sau rauslassen», sagt Sabljo.

Die Band tourte bereits durch die Schweiz und Österreich. Das kommende Wochenende spielt sie als regionaler Opener auf der Hauptbühne des Quellrock Open Air auf dem Freudenberg in Bad Ragaz. Die Plattentaufe des dritten Albums soll Ende September in Buchs gefeiert werden.

Name entstand im «legendären ‹Bären›»

Seit knapp zwanzig Jahren gibt es The Sublinguals mittlerweile. Einige Wechsel gab es in dieser Zeit. Sänger Sabljo und Bassist Mayer sind, wie auch der Schlagzeuger Grünig, seit Beginn dabei. Die Gitarristen Remie Blaser und Dario Winter lösten vor rund sieben Jahren ihre Vorgänger ab. «Unser Name entstand vor langer Zeit im legendären ‹Bären› in Buchs», sagt Sabljo. «Er bedeutet ‹unter der Zunge› und hat uns einfach gefallen.»

Warum es die Band schon so lange gibt, können der Sänger und der Bassist nicht abschliessend beantworten. Sie haben einfach nach wie vor grosse Freude daran und in der Region treue Zuhörer. Im Vorarlberg, wo The Sublinguals unter anderem an Festivals auftraten, gebe es eine grosse Hardcoreszene. Ja, das Alter – 42 – merken die beiden ältesten Bandmitglieder. «Man wird grauer, das Gestell und die Knochen schmerzen öfter», sagt Mayer. «Und ich habe sogar manchmal Mühe, die Texte auswendig zu singen», lacht Sabljo.

Alle Mitglieder leben mittlerweile ein ziemlich «bürgerliches Leben». Die Palette reicht vom Ingenieur bis zum Drehbuchautor. Sabljo ist Stationsleiter im Spital. Mayer ist gelernter Sozialarbeiter und arbeitet heute bei der Post. Beide haben eigene Familien. «Wir können mit der Band zwei Seiten ausleben», sagt Sabljo. «Im Alltag bewahre ich Ruhe und habe Verantwortung. Auf der Bühne sind wir Wild- und Rampensäue. Es ist für mich wie eine Antiaggressionstherapie».

Dem Stil seit der Jugend treu geblieben

Die Songs schreiben hauptsächlich Sabljo und Mayer. Die Melodien entstehen spontan während der Proben, oder die Töne schwirren während des Tages im Kopf herum. Wichtig sei, dass die Einfälle sofort notiert werden. Die Texte entstehen danach. Im Hardcore haben diese einen politischen Inhalt. «Hardcore is more than music», sagt Mayer dazu. «So hart und brachial der Sound klingen mag. Die Texte drehen sich um die Solidarität mit Unterdrückten und Minderheiten. Ich hinterfrage und kritisiere bestehende Ungerechtigkeiten wie Sexismus, Homophobie oder Rassismus.» Die Texte sind auf Englisch verfasst. Das sei weit verbreitet, und jeder habe es «schnell intus».

Die politische Seite des Hardcore sei auch ein Grund, warum die beiden dieser Musikrichtung seit ihrer Jugend treu geblieben sind. Die Musik sei ein Gefäss, den Unmut über Dinge loszuwerden. «Wir sind ja eigentlich eh keine richtigen Musiker», sagt Mayer mit einem Lachen. «Wir hatten schon Konzerte, an denen wir wirklich gar nicht gut gespielt haben.» Ihr Ziel sei niemals grosser Erfolg gewesen. Aber der Spass am Spielen und die Freundschaft, welche die Band verbindet, seien «eine Oase des Glücks».

Hinweis

The Sublinguals spielen am Samstag, 24. Juni, um 13.15 Uhr am Quellrock Open Air in Bad Ragaz.