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Quali stark – Finalläufe fehlerhaft

Das positive Saison-Fazit gleich vorweg: Alpin-Snowboarderin Julie Zogg hat ihre alte Quali-Schwäche abgelegt. Jedoch führte dies nicht zu Weltcup-Podestplätzen. In den Finalläufen spielte ihr der Kopf zu oft einen Streich.
Robert Kucera
Julie Zogg aus Weite hat eine lehrreiche Saison hinter sich, in welcher der grosse Erfolg ausblieb. (Bild: Robert Kucera)

Julie Zogg aus Weite hat eine lehrreiche Saison hinter sich, in welcher der grosse Erfolg ausblieb. (Bild: Robert Kucera)

SNOWBOARD. Nach bloss sieben Weltcup-Einsätzen ist die Saison für Julie Zogg schon zu Ende. Die Wartauerin spricht von einem durchzogenen Winter. Dieser begann eigentlich gut: «Das erste Rennen mit Rang vier war das Highlight», berichtet Zogg. Das erste Rennen als Weltcup-Gesamtsiegerin des letzten Jahres so gut zu gestalten machte Mut. «Ich wollte den Schwung mitnehmen. Doch dann geriet alles ins Stocken.» Schlechtreden möchte sie die Weltcup-Saison 2015/16 aber nicht: «Für mich war es eine gute Saison. Ich klassierte mich stets in den Top Ten und habe viel lernen können.» Es war die konstanteste Weltcup-Saison ihrer Karriere. Was fehlte, waren die Glücksmomente auf dem Siegerpodest.

Zu sehr unter Druck gesetzt

Verantwortlich dafür waren Fehler in den Finalläufen. «Ich habe mich zu sehr unter Druck gesetzt», gibt Julie Zogg zu. Neben dem grossen Siegeshunger wurden ihr die grossartigen Qualifikations-Ergebnisse zum Verhängnis. «Betrachtet man nur die Qualifikationsläufe, war ich nur bei zwei Rennen nicht unter den ersten. Die Qualis hätten nicht besser laufen können.» Doch aus diesen aussichtsreichen Positionen ins Rennen zu gehen, verursachte eine letztlich ungesunde Extraportion Druck. «Du weisst, du bist eine der Schnellsten. Ich wollte am zweiten Tor schon zwei Tore Vorsprung haben – das ist theoretisch gar nicht möglich», erklärt die Alpin-Snowboarderin aus Weite. Prompt führe diese Einstellung zu Fehlern und Stürzen. Und da diese Saison jedes Weltcup-Rennen im Modus «Single-Run» durchgeführt wurde, bedeutete dies das frühe Aus.

Unsicherheit und Disharmonie

Ein weiteres Manko war die Linienwahl. Julie Zogg fährt nun mal am liebsten «gerade runter, die schnellste Linie suchen.» Dabei hat sie ausser acht zu lassen, dass die Pisten dies nicht immer zulassen. «Ich muss variantenreicher werden», übt sie Selbstkritik. Doch der Lerneffekt hat im letzten Weltcuprennen in Winterberg, wo Zogg Fünfte wurde, eingesetzt: «Da habe ich gezeigt, dass ich auch rund fahren kann. An dem muss ich weiterarbeiten.» Ihr Kopf, so meint sie weiter, sei ihr grösster Gegner. «Ich arbeite mit einem Mentaltrainer zusammen und werde dies auch künftig tun. Ich rede auch viel mit den Trainern und dem Physio und versuche so den Kopf frei zu kriegen.»

Eine mentale Belastung in den Finalläufen kann aber auch die Wahl der Piste sein. Denn die nach der Qualifikation besser klassierte Fahrerin hat das Vorrecht zu sagen, ob sie die blaue oder rote Piste nimmt. Hier braucht es dann die Überzeugung von Kopf bis Fuss, die richtige Wahl, weil die eine Piste tatsächlich einen Tick schneller sein könnte, getroffen zu haben. «Ich war diese Saison oft nicht überzeugt von mir, was die Pistenwahl betraf», so Zogg. Die 23-Jährige war unsicher, hörte oft auf das Urteil der Trainer, ohne dabei aber an Sicherheit zu gewinnen. Sie ging nicht mit der letzten Überzeugung an den Start. Für die neue Saison hat sie sich vorgenommen, mehr ihrem Gefühl zu vertrauen und mit Selbstvertrauen die Wahl selbst zu treffen.

Für Julie Zoggs intaktes Snowboard-Innenleben ist aber auch ein funktionierendes Schweizer Team – Frauen und Männer – nötig. «Wir sind zwar Einzelsportler. Doch es wäre schön, hätte man auch im Team Harmonie. In dieser Saison war das Motto jeder gegen jeden», schildert sie. Sauer aufgestossen ist ihr die negative Grundhaltung gegenüber allem. «Wir suchen Lösungen für nächstes Jahr.»

Die Schuh-Testerin

Positiv bleiben – so das Motto deshalb von Julie Zogg. Denn sie hat diesen Winter noch was vor. Es gibt zwar keine Weltcuprennen mehr, doch an den Schweizer Meisterschaften und in Europacuprennen will sie nochmals Gas geben. «Ein Podestplatz liegt drin», äussert sie sich zu den nationalen Titelkämpfen im Parallel-Riesenslalom und -Slalom vom Wochenende in Scuol.

In den sechs Europacuprennen verfolgt die Wartauerin andere Ziele: «Den Schuh, den ich in den letzten Jahren gefahren bin, gibt es nicht mehr. Also teste ich für die neue Saison einen neuen Schuh.» Fährt sie damit auf Anhieb Klasse-Wettkämpfe, spart sie sich Materialtests im Sommer – die Hausaufgaben sind dann schon gemacht. «Es ist sehr wichtig, in die neue Saison mit neuem Material zu starten, das funktioniert.»

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