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Projekte sind wie Tropfen im Ozean

Jakob Schaub wurde mit seinem Lebenswerk Shanti Schweiz in Zürich mit der Verleihung des mit 20 000 Franken dotieren Profax-Bildungspreises für die duale Elektrikerausbildung in Bangladesh gewürdigt.
Heidy Beyeler
Etwas schüchtern, aber hocherfreut – ob der grossen Ehre, die er entgegennehmen durfte – bedankt sich Jakob Schaub bei Profax-Stiftungspräsidentin Ruth Gonseth herzlich. (Bild: Heidy Beyeler)

Etwas schüchtern, aber hocherfreut – ob der grossen Ehre, die er entgegennehmen durfte – bedankt sich Jakob Schaub bei Profax-Stiftungspräsidentin Ruth Gonseth herzlich. (Bild: Heidy Beyeler)

ZÜRICH/BUCHS. Zum 13. und letzten Mal verlieh die Profax-Stiftung den Bildungspreis mit 20 000 Franken. Es war der Buchser Jakob Schaub, der in den Genuss dieses Preises gelangte. Jetzt ist das von Gertrud Zimmermann, Mitbegründerin des Lehrmittelverlags Profax, hinterlassene Geld aufgebraucht und die Stiftung wird aufgelöst.

Die Freude ist gross

Jakob Schaub war hocherfreut, als er erfuhr, dass der von ihm und seiner Frau Marty 2005 gegründete Verein Shanti (Frieden) vom Stiftungsrat Profax für den Preis auserkoren wurde. Die Feierlichkeiten der Preisverleihung fanden in kleinem Kreis im Kulturzentrum Tibet Songtsen House in Zürich statt.

Präsidentin der Stiftung Profax, Ruth Gonseth, Ärztin und alt Nationalrätin der Grünen, bekräftigte in ihren Begrüssungsworten: «Ihr Projekt, geschätzter Jakob Schaub, hat den Stiftungsrat überzeugt, und deshalb freuen wir uns, dass wir Ihnen den letzten zu vergebenden Preis der Profax-Stiftung überreichen dürfen». Derartige Projekte seien wie Tropfen im Ozean. «Viele solcher Tropfen können aber viel bewegen», betonte Stiftungsrat Daniel Aufschläger.

Lehre als Lebensgrundlage

Preisträger Jakob Schaub wurde von seiner Frau und von seinem langjährigen Weggefährten, Vorstandsmitglied Shanti Schweiz und Laudator Christian Schwendener, Buchs, zur Preisverleihung nach Zürich begleitet. Er absolvierte, wie auch sein ehemaliger Chef Jakob Schaub, seine Lehre beim EW Buchs. Und beide blieben dem Unternehmen bis zu ihrer Pensionierung treu.

Die Elektrikerschule in Rudrapur wurde im August 2007 eröffnet. Alle zwei Jahre werden während vier Semester 20 Jugendliche ausschliesslich aus der armen Bevölkerung zu Elektrikern in Theorie und Praxis ausgebildet. Anfang 2016 wurde der fünfte Lehrgang gestartet; Ende 2017 werden es insgesamt bereits hundert junge Männer sein, die ihre Ausbildung mit einem Praktikum in der Industrie an der Elektrikerschule erfolgreich beenden werden. Anlässlich der Preisverleihung bot Jakob Schaub einen Einblick in sein preisgekröntes Projekt. Grosse Hoffnung strahlte er aus, als er von der dualen Berufsausbildung – gemäss Schweizer Vorbild – überzeugend davon sprach, dass auch andere Sparten für diese Ausbildungsart geeignet wären. Bangladesh – ein Land von einem Umfang, das dreimal so gross ist wie die Schweiz, aber mit rund 160 Mio. Einwohnern mit einer massiven Überpopulation zu kämpfen hat.

Solarenergie ist das Thema

«Als ich in Bangladesh ankam, war ich erschrocken. Ich fühlte mich geradezu ins Mittelalter versetzt. Gepflügt wurde mit einem Holzpflug und zwei Ochsen, alles andere wurde von Hand gemacht.» Das Korn wurde von Hand «abgsichlet, hei treit un tröscht». Heute steht in Rudrapur ein Schulgebäude, wo junge Männer ihre Zukunft und Existenzgrundlage aufbauen können. «Wir nähmen auch junge Frauen auf. Bis jetzt konnte sich jedoch keine Bewerberin dafür erwärmen», sagte Schaub.

Bisher haben alle 80 jungen Elektriker, die in der Shanti-Schule ihr Handwerk – insbesondere im Bereich der Solartechnik – für Licht, Ventilatoren sowie für Trinkwasserpumpen und zum Laden von Handys gelernt haben, eine Anstellung in der Industrie gefunden. Einer der ehemaligen Schüler kam nach wenigen Jahren Praxis zurück und gibt nun sein Wissen als Lehrer an die Lernenden der Elektrikerschule in Rudrapur weiter.

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