«Potzmusig»: Von der Garage in die Gaststube

NESSLAU. Beim zweiten Mal klappt das Wenden der Omelette schon besser. Keine Angst: Beim ersten Mal fällt die Eierspeise auch nicht auf den Boden – und wenn's doch passiert sein sollte, ist das im Fernsehen nicht zu sehen –, sondern hängt nur etwas über den Rand der Pfanne.

Martin Knoepfel
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Nicolas Senn besucht in der Reihe «Beizentour» Lokale, in denen die Volksmusik gepflegt wird. (Bild: SRF)

Nicolas Senn besucht in der Reihe «Beizentour» Lokale, in denen die Volksmusik gepflegt wird. (Bild: SRF)

NESSLAU. Beim zweiten Mal klappt das Wenden der Omelette schon besser. Keine Angst: Beim ersten Mal fällt die Eierspeise auch nicht auf den Boden – und wenn's doch passiert sein sollte, ist das im Fernsehen nicht zu sehen –, sondern hängt nur etwas über den Rand der Pfanne. Nicolas Senn hilft in der «Krone, serviert am frühen Morgen den Znünigästen Kaffee und Cola und geht am Mittag – in der Sendung ist das nach einem Stück der Ländlerkapelle Tanzboden – der Wirtin in der Küche zur Hand. Der Grund: Am letzten Samstag wird die Sendung «Potzmusig Beizentour» aus dem Restaurant Krone in Nesslau ausgestrahlt. Es handelt sich allerdings um eine Aufzeichnung vom Mai. Moderator Nicolas Senn – in Hemd und Hose – besucht in dieser Reihe Volksmusiklokale.

Viele jüngere Zuschauer

Beschwingt geht's los mit dem Trio Chüsperlibuebe, die am Ende der Sendung nochmals zu hören sind. Für das Gespräch mit dem Moderator am Anfang der Sendung haben sich die Wirtsleute, die Glarnerin Rös Wittenwiler und ihr aus dem Toggenburg stammender Mann Albert, in die Tracht gestürzt. Die beiden besitzen seit elf Jahren die «Krone», nachdem sie im Glarnerland eine Garage geführt haben. Das Lokal ist gut besetzt, wobei viele jüngere Gäste auszumachen sind. Die Zuschauer haben sichtlich Freude an den Darbietungen, schunkeln und klatschen auch mal spontan, etwa beim Ländlertrio «Gartehöckler», das passenderweise im Garten aufspielt, oder bei den «Stockbergbuebe».

Spass haben auch die Musikanten, obwohl es für sie nur «Hörnli mit Ghacktem» als Verpflegung gibt. Einige spielen mit einem Lächeln auf den Lippen, etwa das Akkordeontrio Valotti-Muff-Nauer, das den Begriff Trio weit auslegt und zu fünft gekommen ist, oder die «Toggenburgerbuebe».

Kameraschwenk auf Landschaft

Mehrmals erhält und nutzt der Kameramann die Gelegenheit zu Schwenks über die Obertoggenburger Landschaft. Da entstehen natürlich schöne Bilder, für eine Tourismusregion sicher willkommene Werbung. Als Albert Wittenwiler, ein begeisterter Berggänger, mit einem Kollegen und begleitet vom Moderator die Stockegg erklimmt, verstecken sich die Churfirsten teils hinter den Wolken, doch das trübt den Gesamteindruck nicht. Auf die Landschaftsbilder folgt ein Naturjodel des Jodlerclubs Männertreu, der mit seinen Stimmen beeindruckt.

Nicht eingelöst wird in der Sendung ein Versprechen aus dem Pressetext. Auf seiner Beizentour erfahre Nicolas Senn Geschichten und Anekdoten aus früheren Zeiten, heisst es dort. Von lustigen Anekdoten ist in der Sendung aus Nesslau nicht viel zu hören, obwohl Nicolas Senn mit Rös Wittenwiler in Erinnerungen und im Fotoalbum kramt. Eigentlich schade, denn in all den Jahren, in denen die beiden in der «Krone» sind, müsste das eine oder andere passiert sein, über das man heute noch herzhaft lachen kann.

Am Samstag, 16. August, kommt die Sendung aus Oberegg AI.

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