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Polizei warnt vor «Sextortion»

Bereits 16 Männer aus dem Kanton St. Gallen haben Anzeige wegen «Sextortion» eingereicht. Sie wurden mit erotischen Bildern von sich selber erpresst. Die Täter drohen, diese zu veröffentlichen, wenn nicht ein bestimmter Geldbetrag bezahlt werde.
Immer öfter schnappt die Hormonfalle vor dem Computer zu. (Bild: fotolia)

Immer öfter schnappt die Hormonfalle vor dem Computer zu. (Bild: fotolia)

Immer mehr Männer aus dem Kanton St. Gallen reichen bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt ein, weil sie mit Bildern erpresst worden sind, die ohne ihr Wissen über die eigene Webcam aufgenommen wurden. Die Methode sei schon länger bekannt und verbreite sich laufend, teilte die Polizei gestern mit: Männer werden bei laufender Webcam von attraktiven Frauen aufgefordert, sich auszuziehen oder sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Dabei werden sie gefilmt und anschliessend finanziell erpresst. «Sextortion» heisst diese Art der Erpressung. Der Fachbegriff setzt sich aus den englischen Bezeichnungen Sex und Extortion (Erpressung) zusammen.

Erster Kontakt über Facebook

Bei der St. Galler Kantonspolizei gehen regelmässig Meldungen über Erpressungsversuche nach diesem Muster ein. In diesem Jahr seien es bereits 16 Anzeigen. «Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer höher ist», erklärte Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Es brauche nämlich Mut, sich zu melden. Der Ablauf ist gemäss Polizei oft ähnlich: Eine Frau mit attraktivem Profilbild nimmt über Facebook oder andere soziale Netzwerke Kontakt zu einem Mann auf. Schnell wird vorgeschlagen, auf eine Plattform wie Skype oder andere Videochats zu wechseln.

Kurz darauf ziehe sich die Frau aus und fordere den Mann auf, es ihr gleichzutun. Dabei werde der Mann unwissentlich auf Video aufgenommen. Die Täter drohten, diese Bilder zu veröffentlichen – auch im Freundeskreis des Opfers. So gelinge es, hohe Beträge zu erpressen, die jeweils über einen Geldtransferservice nach Übersee überwiesen werden sollen.

Unbedingt Anzeige erstatten

Wer digital erotische oder pornographische Bilder von sich aufnehmen lasse, habe keine Kontrolle mehr darüber, warnt die Polizei. Man solle niemals auf Geldforderungen eingehen. «Selbst wenn bezahlt wird, könnten die Bilder veröffentlicht werden.» Weiter rät die Polizei, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten. Dafür sollten möglichst sämtliche Chatprotokolle, Videoaufnahmen oder Angaben zum Absender aufbewahrt werden. (sda)

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