Polizei soll vermehrt ausserorts die Geschwindigkeit kontrollieren

BERN. Immer mehr Schweizer Autofahrer tappen in eine Radarfalle, das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik. Im Jahr 2010 waren es noch 3,17 Millionen, im letzten Jahr bereits 4,11. Allerdings: Im Durchschnitt sind die Fahrzeuglenker nicht schneller unterwegs.

Kari Kälin/Dominic Wirth
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BERN. Immer mehr Schweizer Autofahrer tappen in eine Radarfalle, das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik. Im Jahr 2010 waren es noch 3,17 Millionen, im letzten Jahr bereits 4,11. Allerdings: Im Durchschnitt sind die Fahrzeuglenker nicht schneller unterwegs. Die Übertretungsquote, also der Anteil der Lenker, die zu schnell fahren, ist mit 0,4 Prozent stabil. Dass immer mehr Temposünder erwischt werden, liegt daran, dass die Zahl der kontrollierten Fahrzeuge kontinuierlich steigt.

Schwere Unfälle oft ausserorts

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung steht hinter dieser intensiveren Kontrolltätigkeit, ortet aber noch mehr Präventionspotenzial und findet, dass zu oft am falschen Ort kontrolliert wird. Sie kritisiert, dass die wenigsten Kontrollen ausserorts stattfinden, obwohl dort die meisten Unfälle passieren. Im Jahr 2014 etwa wurden 4,5 Prozent der Kontrollen ausserorts durchgeführt, 61,7 Prozent innerorts und 33,8 Prozent auf Autobahnen.

Gleichzeitig forderten Unfälle ausserorts 54,7 Prozent der Schwerverletzten und Toten. Die bfu fordert deshalb mehr Geschwindigkeitskontrollen auf Ausserortsstrassen.

Mehr Autos, weniger Tote

Insgesamt ist die Entwicklung im Schweizer Verkehr in den vergangenen Jahren vielversprechend. Obwohl immer mehr Autos unterwegs sind – 2014 waren mit 5,78 Millionen Motorfahrzeugen mehr als je zuvor immatrikuliert –, sinkt die Zahl der Unfälle mit gravierenden Folgen. Im vergangenen Jahr etwa starben auf Schweizer Strassen 243 Personen. 2013 waren es noch 269 gewesen. Auch bei den schweren Verletzungen sind die Zahlen rückläufig: 2013 erlitten 4129 Personen solche Verletzungen, 2014 waren es 4043. ? SCHWEIZ 19