Polizei patzt bei der Fahndung

ST. GALLEN. Wer sich an Ausschreitungen beteiligt und nicht erwischt wird, muss damit rechnen, dass die Polizei mit Bildern von Überwachungskameras öffentlich nach ihm sucht. Nun ist der St. Galler Kantonspolizei bei der Fahndung nach gewalttätigen Anhängern des FC Basel ein Lapsus unterlaufen.

Daniel Walt
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ST. GALLEN. Wer sich an Ausschreitungen beteiligt und nicht erwischt wird, muss damit rechnen, dass die Polizei mit Bildern von Überwachungskameras öffentlich nach ihm sucht. Nun ist der St. Galler Kantonspolizei bei der Fahndung nach gewalttätigen Anhängern des FC Basel ein Lapsus unterlaufen. Sie stellte das Foto eines Mannes unverpixelt ins Internet, der sich schon zu einem früheren Zeitpunkt den St. Galler Strafverfolgungsbehörden gestellt hatte.

«Ein Missverständnis»

In einem ersten Schritt hatte die Polizei vor einer Woche Bilder von insgesamt zehn Basler Fans verfremdet im Internet aufgeschaltet. Danach kam es laut der St. Galler Staatsanwaltschaft zu einem Missverständnis zwischen einem Fan, der sich bei den Behörden zu erkennen gab, und einem Sachbearbeiter der Kantonspolizei. Die Folge: In einem zweiten Schritt schalteten die Strafverfolgungsbehörden nun auch das Bild dieses Mannes unverpixelt im Netz auf, obwohl ihnen dessen Identität schon bekannt war.

Erinnerungen an früheren Fall

Fan-Anwältin Manuela Schiller sieht sich nach dem jüngsten Vorfall in ihrer grundsätzlichen Kritik am Internet-Pranger bestätigt. Die Fahndungspanne der Strafverfolgungsbehörden erinnert derweil an die Schlagzeilen, die ein Lapsus der St. Galler Stadtpolizei vor zweieinhalb Jahren machte.

Diese übersah, ebenfalls nach einem Spiel zwischen St. Gallen und Basel, Aufnahmen einer Überwachungskamera bei der AFG Arena, die einen Gäste-Fan entlasteten. Der Mann erhielt zunächst einen Strafbefehl, weil er angeblich einen Securitas-Mann angegriffen hatte. Als die Videobilder doch noch auftauchten, wurde er freigesprochen.