Politik kennt den Stellenwert von Palliative Care

SARGANS. Im Anschluss an den 8. Hospiz- und Palliativtag Ostschweiz in Sargans fand ein öffentlicher Informationsabend mit der Vorstellung der Netzwerk-Partnerorganisationen Palliative Care im Sarganserland statt.

Hans Hidber
Drucken
Teilen
Führte durch den instruktiven Abend: Urs Keller von der Organisation Pizolcare. (Bild: Hans Hidber)

Führte durch den instruktiven Abend: Urs Keller von der Organisation Pizolcare. (Bild: Hans Hidber)

SARGANS. Im Anschluss an den 8. Hospiz- und Palliativtag Ostschweiz in Sargans fand ein öffentlicher Informationsabend mit der Vorstellung der Netzwerk-Partnerorganisationen Palliative Care im Sarganserland statt.

Während das Tagesprogramm mit den zahlreichen Referaten und Workshops den angemeldeten rund 350 Fachleuten und Freiwilligen im breitgefächerten Palliativnetz der Ostschweiz galt, war die Abendveranstaltung in der Aula der Kanti für die breite Öffentlichkeit bestimmt. Auf dem Programm standen Informationen über die im Sarganserland in der Palliative Care vernetzten Institutionen.

Die einleitenden Worte sprach die Präsidentin der Palliative Ostschweiz, Karin Kaspers-Elekes. Sie orientierte über die Organisationsstrukturen und Strategien des Palliativnetzes auf nationaler Ebene; die Palliative Ostschweiz ist eine der zwölf Sektionen, die ihrerseits aus elf sogenannten regionalen Foren besteht. Eines davon ist das in Gründung begriffene, aber faktisch schon gut funktionierende Forum Sarganserland.

«Die Politik ist sensibilisiert»

In seinem Grusswort wies der Sarganser Gemeindepräsident und Kantonsrat Jörg Tanner darauf hin, dass sich auch die Politik des hohen Stellenwerts der Palliativarbeit bewusst und dafür sensibilisiert sei. Er erläuterte das Aus- und Umbauprojekt des Pflegeheims Sarganserland in Mels und gab der Hoffnung Ausdruck, dass am Urnengang vom kommenden 14. Juni ein deutliches Ja der beteiligten Gemeinden resultiere.

Im Weiteren soll noch im Laufe des Jahres das kantonale Konzept Palliative Care dem Kantonsrat unterbreitet werden. Wenn alles planmässig laufe, könne im Jahr 2017 eine gesetzliche Grundlage mit einem Nachtrag zum Gesundheitsgesetz geschaffen werden. Gemeindepräsident Tanner würdigte auch die grosse Freiwilligenarbeit im Palliativbereich, wobei er unter anderem die Verleihung des kommunalen (Sargans) und des kantonalen Prix Benevol an die Hospizgruppe Sarganserland erwähnte.

Ein buntes Netzwerk

Dr. med. Urs Keller, Geschäftsführer der Pizol Care und im Palliative Care Sarganserland Vertreter der Hausärzte, moderierte den Info-Anlass und liess die im regionalen Netzwerk involvierten Institutionen von anwesenden Vertretern und Vertreterinnen gleich selber vorstellen und ihre Aufgaben beschreiben. Es sind ein ganzes Dutzend Organisationen, die sich im Palliativnetz gegenseitig ergänzen: Hausärzte Pizol Care, Spital Walenstadt, Psychiatriezentrum Werdenberg-Sarganserland, Spitex Sarganserland, Pflegeheim Sarganserland, Palliativer Brückendienst, Hospizgruppe Sarganserland, Seelsorge, Beratungsstelle Krebsliga, Pro Senectute, Caritas-Regionalstelle Sargans und Stiftung Mintegra. Das Forum Sarganserland bietet an periodischen Treffen die geeignete Plattform für die Koordination und den Erfahrungsaustausch.

Anschauliches Fallbeispiel

Anhand eines anonymisierten, aber in der Region tatsächlich stattgefundenen Beispiels wurde der lange Verlauf der Demenzkrankheit einer Ehefrau und Mutter von den ersten Anzeichen über eine schleichende Persönlichkeitsveränderung bis hin zum friedlichen Einschlafen nachgezeichnet. Dabei kamen in den verschiedenen Stationen der Krankheit fast alle der oben aufgeführten Institutionen und Fachstellen zum Einsatz. Deren Vertreter und Vertreterinnen schilderten jeweils, was sie im konkreten Falle in den jeweiligen Etappen unternahmen und welche Erfahrungen sie dabei machten.

Ein ebenso eindrückliches wie berührendes Beispiel, wie durch das Zusammenwirken ärztlicher Kunst, sozialer und finanzieller Beratung, zeitschenkender Zuwendung und seelsorgerlich-spiritueller Betreuung die Lebensqualität und Würde der Betroffenen gewahrt werden kann.