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PLATTIS: Traditionelles Scheibenschlagen: «Dia Schiiba söll am Schätzli sii»

Schon von weitem war der oberhalb vom Dorf aufgebaute, brennende Funken am Sonntagabend zu sehen. Zusätzlich wird in Plattis auch der alte Brauch des Scheibenschlagens aufrechterhalten.
Funkenstiebend löst sich die glühende Holzscheibe vom Haselstecken und fliegt ins Tal. (Bild: Corinne Hanselmann)

Funkenstiebend löst sich die glühende Holzscheibe vom Haselstecken und fliegt ins Tal. (Bild: Corinne Hanselmann)

Corinne Hanselmann

«Schibau, schibau, schibii, wämm söll dia Schiiba sii? Dia Schiiba söll dr Anja sii!», ruft ein Mann, während er auf der Anhöhe bei Plattis eine glühende Eschenholzscheibe, die auf einem Haselstecken steckt, durch die Luft schwingt. Schliesslich schlägt er die Scheibe so auf die Holzrampe, dass sie sich funkenstiebend vom Stecken löst und in einem hohen Bogen in Richtung Tal fliegt. «Bravo!», rufen einige der Zuschauer, denn nicht immer gelingt der Schlag so gut.



Wartau ist wohl die einzige Gemeinde im Kanton St. Gallen, die den alten Brauch des Scheibenschlagens noch kennt. 16 Jahre ist es her, seit zwei «nicht mehr ganz junge Buben», Hans Eggenberger und Hans Rhyner, diese Tradition auch in Plattis wieder aufleben liessen. Sie bereiten seither, zusammen mit ihren eigenen und weiteren Familien, jedes Jahr Holzscheiben vor, bauen einen Funken, organisieren Speis und Trank sowie geheizte Wagen, in denen man bei einem Bier zusammensitzen kann. Der grosse Aufwand der Plattiser Familien wird geschätzt: Zahlreiche Besucher aus der Umgebung sind gekommen, die Stimmung ist gesellig.

Der alte Brauch soll Glück bringen

Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, glühen in einem Feuer Holzscheiben vor, um sie anschliessend in Richtung Tal zu schiessen. Der Brauch, der zumindest früher auch im Glarner- und Bündnerland, in Basel und im Vorarlberg gepflegt wurde, wie Jakob Kuratli 1955 in «Aus der Wartauer Heimat» festhielt, soll Glück bringen. «Und wenn man zu scheu war, einem Mädchen seine Zuneigung zu gestehen, konnte man ihr hier mit dem Sprüchli eine Scheibe widmen», erzählt ein Mann in Plattis.

Wenige Meter nebenan ragt der lichterloh brennende Funken in den Nachthimmel. Passend zum Motto der Wartauer Fasnacht, «Olympische Winterspiele», war er in diesem Jahr mit einem Skispringer geschmückt. Bei der Abschussrampe fürs Scheibenschlagen bildet sich zeitweise ein kleiner Stau, gerade die Kinder scheinen grossen Spass zu haben. Dies weckt die Hoffnung, dass dieser Brauch auch in Zukunft Bestand hat.

Auch in anderen Orten wurde der Funkensonntag gefeiert.

Das Scheibenschlagen braucht etwas Übung. (Bild: Corinne Hanselmann)

Das Scheibenschlagen braucht etwas Übung. (Bild: Corinne Hanselmann)

Der alte Brauch soll Glück bringen. (Bild: Corinne Hanselmann)

Der alte Brauch soll Glück bringen. (Bild: Corinne Hanselmann)

Tradition in Plattis. (Bild: Corinne Hanselmann)

Tradition in Plattis. (Bild: Corinne Hanselmann)

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