Pflanzen erkennen Schädlinge am Ton des Blattfrasses

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Nesslau Der St. Galler Forstverein traf sich am Schmutzigen Donnerstag zur 118. Generalversammlung. Gemeindepräsident Kilian Looser empfing die Anwesenden herzlich und gab einen Überblick über die waldreiche Gemeinde. Mit Wille und Geschick wurde kürzlich ein neues Gemeindehaus in moderner Holzbauweise erstellt. Das Holz stammt natürlich aus der Gemeinde und konnte durch lokale Holzbaubetriebe verarbeitet werden. Gepflegte Schutzwälder, kurze Transportwege und regionale Wertschöpfung – what else? Das Gebäude wurde mit dem «Herkunftszeichen Schweizer Holz» ausgezeichnet.

Pflanzen kommunizieren – aber wie?

Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes, und Präsident Bruno Cozzio stimmten überein, dass das Verwenden von nachhaltig produziertem Schweizer Holz durch private und öffentliche Bauherren wichtig für den Wald ist. Den Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit des St. Galler Forstdienstes bildet daher im vergangenen und neuen Jahr «Schweizer Holz» ( <%LINK auto="true" href="http://www.woodvetia.ch" text="www.woodvetia.ch" class="more"%> ). Mit dem im Jahr 2016 im Kantonsrat eingereichten Postulat «Perspektiven der Waldwirtschaft im Kanton St. Gallen» steht der Wald auf der Agenda der Regierung.

Die Biologin und Chemikerin Florianne Koechlin informierte in einem spannenden Fachvortrag über das junge Forschungsgebiet der «Pflanzenkommunikation». Für Bäume ist es ausserordentlich wichtig, miteinander zu kommunizieren, da sie bis über 1500 Jahre an ihrem Wuchsstandort stehen. Die Pflanzen besitzen ein regelrechtes Netzwerk untereinander sowie dazu rund 20 Sinne.

Augenscheinlich ist der Lichtsinn, um die Sonnenenergie optimal zu nutzen. Anhand von Experimenten konnte bewiesen werden, dass Schädlinge am spezifischen Ton des Blattfrasses sowie am Duft des Speichels erkannt werden können. Mit Duftstoffen werden Nützlinge ange-lockt und andere Pflanzen gewarnt.

Auszeichnung für Gonzenwald

Ein unvorstellbar grosses Netzwerk bilden die Mykorrhiza der Waldbäume und anderer Pflanzen. Durch dieses können Artgenossen vor Schädlingen gewarnt werden. Erstaunlich ist auch, dass alte Bäume, «mother trees», die Waldverjüngung artübergreifend versorgen und deren Wachstum fördern können.

Die OG erhielt eine Auszeichnung für die Dauerwaldbewirtschaftung im Steinschlagschutzwald. Der Gonzenwald oberhalb von Sargans wird von Revierförster Bruno Meli nach folgendem Motto betreut: «Der Schutz vor Naturgefahren und insbesondere die Waldverjüngung ist durch forstliche Eingriffe auf der ganzen Waldfläche zu fördern.» Unterstützend dabei wirken die konsequente Bejagung des Schalenwildes und eine gesunde Luchspopulation.

Die Waldregion 5 Toggenburg wurde vom Forstverein mit einem Geschenk für das Projekt Seltene Baumarten – Seba belohnt. Damit wird es den Toggenburger 5.-Klässlern ermöglicht, Bäume im Wald zu pflanzen.

Der gesamte Vorstand unter Präsident Bruno Cozzio und die GPK wurden für eine weitere Amtsdauer gewählt. Die Zeit bringt es mit sich, dass verdiente Förster in den nächsten Lebensabschnitt treten. Der Forstverein dankt den Revierförstern Leo Hess, Urs Kern und Richi Tobler für die 35 bis 40 Dienstjahre im St. Galler Forstdienst. Neu eingetreten ist Revierförsterin Corina Stolz. (pd)