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PFERDERENNEN: «Retten, was es zu retten gibt»

5500 Zuschauer haben am Sonntag den ausserterminlichen dritten Renntag in Maienfeld besucht. Ob es die Pferderennen nächstes Jahr geben wird, will OK-Präsident Ruedi Niederer (noch) nicht versprechen.
René Weber
Trotz erfolgreichem Renn-Sonntag schaut OK-Präsident Ruedi Niederer mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. (Bild: Yanik Bürki/Südostschweiz)

Trotz erfolgreichem Renn-Sonntag schaut OK-Präsident Ruedi Niederer mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. (Bild: Yanik Bürki/Südostschweiz)

René Weber

redaktion@wundo.ch

Nachdem die ersten beiden Renntage aufgrund der Witterungsverhältnisse hatten abgesagt werden müssen, meinte es Petrus am Sonntag mit dem organisierenden Rennverein Maienfeld/Bad Ragaz gut (W&O vom 17. Oktober). Ruedi Niederer, Präsident des Organisationskomitees, will nach dem gelungenen Ersatzrenntag, der unter dem Motto «Back to the roots» stand, nun in aller Ruhe Bilanz ziehen und danach über die Zukunft entscheiden.

Nach dem Ausfall der ­regulären Rennen war der kurzfristig organisierte dritte Renntag ein Erfolg. Wie ­wichtig war das für die ­Organisation der ­Pferderennen in Maienfeld?

Der grosse Aufwand in der vergangenen Woche hat sich gelohnt. Wir sind enorm froh, dass wir am Sonntag doch noch Rennen durchführen konnten. Nicht nur für uns, sondern vor allem für den Pferderennsport. Positiv war auch, dass schon am Mittag so viele ­Zuschauer anwesend waren, wie ich nie zuvor gesehen habe. Dies sehe ich als Solidarität. Wir konnten die finanziellen Ausfälle aber nicht wettmachen. Der Sonntag war zumindest eine Art Schadensbegrenzung.

Es wird spekuliert, dass die Zukunft der Pferderennen ungewiss ist. Waren die 61. Pferderennen am Sonntag die letzten?

Das ist kein Thema.

Die Hoffnung, dass die abgeschlossene Regenversicherung den durch die Absagen ­entstandenen finanziellen ­Schaden deckt, hat sich zerschlagen. Warum haben Sie das nicht offiziell vermeldet?

Das ist für das erste Wochenende korrekt. Ob die Versicherung für das zweite Wochenende aufkommen wird, ist dagegen noch nicht entschieden.

Gemäss Experten ist dies aber unwahrscheinlich. Am 8. Oktober sorgte mehr der tiefe Boden auf dem Rossriet für die Absage als die Niederschlagsmenge.

Wir werden sehen. Warten wir den Entscheid ab. So oder so werden die diesjährigen Rennen mit einem negativen Ergebnis enden. Das ist kein Geheimnis. Trotz des tollen Sonntags mit mehr als 5500 Zuschauern wäre es falsch, auf eine schwarze Null zu hoffen. Die wird es nicht geben. Nichtsdestotrotz sehe ich nicht alles negativ. Wir haben zum Glück ein kleines finan­zielles Polster.

Der Zuschaueraufmarsch am Sonntag ist der beste Beweis, dass man in ­Graubünden auch in Zukunft Pferde­rennen will.

Das ist richtig. Ich bin über das grosse Zuschaueraufkommen erfreut und von den positiven Feedbacks sogar ein wenig gerührt. Viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, haben mich motiviert, weiter für den Anlass zu kämpfen.

Aus organisatorischen und logistischen Gründen fehlten am Sonntag Tribüne, Fest­zelte und VIP-Zonen. Das «Back to the roots» kam bei den Leuten an.

Ja, das habe ich ebenfalls festgestellt. Es wäre aber zu einfach, nun zu sagen, dass das die Zukunft ist. Wir werden alles analysieren. Die Rückkehr zu den Wurzeln wird dabei eine Diskussionsbasis sein. Vielleicht sollte man darauf aufbauen. Wir werden sehen.

Zu Beginn Ihrer zweiten Amtsperiode haben Sie vor vier Jahren die schwer angeschlagenen Maienfelder Pferderennen vor dem Aus bewahrt. Ist die aktuelle Situation mit damals vergleichbar?

Nein, nicht direkt. Dass wir beide Renntage absagen mussten, war in meiner 14-jährigen Tätigkeit Neuland. Es ging primär darum, alles zu retten, was es zu retten gab. Ich bin ein positiv denkender Mensch. Daran haben die letzten Wochenenden nichts geändert.

Wie und wann kamen Sie überhaupt auf die Idee, den dritten Renntag durchzuführen?

Das geschah in enger Zusammenarbeit mit den Dachver­bänden. Als wir den zweiten Renntag absagen mussten, wurden alle Möglichkeiten angeschaut. Es ging darum, alles ­Menschenmögliche zu versuchen, um die Zukunft der Pferderennen zu sichern. Gelungen ist die Umsetzung primär darum, weil die Resonanz riesig war. Auch die Sponsoren haben uns unterstützt. Das war wichtig. Ohne geht es nicht. Man muss eines wissen: Wir brauchen ­Zuschauer und Sponsoren. Grundsätzlich ist für mich aber jeder, der auf dem Rossriet ist, ein VIP.

Können Sie das etwas ­konkreter erklären?

Wie bereits gesagt: Vielleicht war es gut, dass wir wegen der Logistik gezwungen waren, zurück zu den Wurzeln zu gehen. Vielleicht ist genau das die Zukunft der Rennen und unsere Chance. Jedenfalls wurden nun alle wachgerüttelt. Ich kann sagen: In allen Belangen ist etwas gegangen in der letzten Woche.

In den Tagen vor dem Ersatzrenntag haben Sie bestimmt nicht so gut geschlafen wie am Sonntag.

Das ist so, ja. Ich schlief in den letzten Wochen tatsächlich schlecht – sehr schlecht. Ich war wegen der Absagen traurig. Wenn man so etwas noch nie erlebt hat, dann ist man am Boden zerstört. Nachdem ich am Sonntag die ­vielen glücklichen Leute auf dem Rossriet gesehen habe, sehe ich nun aber Morgenröte.

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