Pferde sind seine Lieblinge

Christian Bicker ist «Rösseler» durch und durch und ein ebensolcher Politiker. Den jüngsten «Kampf» hat er soeben ausgestanden und den Spitalstandort für sich entschieden.

Hansruedi Rohrer
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Pferdekenner und -liebhaber Christian Bicker, ein Mann mit Wort im gemütlichen Wohnhaus. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Pferdekenner und -liebhaber Christian Bicker, ein Mann mit Wort im gemütlichen Wohnhaus. (Bild: Hansruedi Rohrer)

GRABS. Wer könnte das anderes sein als der Grabser Christian Bicker, ehemaliger (und erster)SVP-Kantonsrat im Werdenberg und ein Bürger mit gesundem Menschenverstand? Urchig und bodenständig, doch freundlich und kompetent, einer aus dem Volk, ein Mann mit Bodenhaftung. In der vermeintlich rauhen Schale steckt aber viel mehr. Die Politik lehrte ihn und er lehrte auch die Politik. Seine Stimme jedenfalls wurde gehört. Und wenn wir schon bei der Stimme sind: Christian Bicker, Jahrgang 1937, singt jetzt seit 60 Jahren als 1. Tenor im Männerchor Grabs. Dazu hat er eine weitere Auszeichnung (nebst der früheren Gratulation zur 30- und zur 50jähriger Zugehörigkeit) erhalten. Darin wird nicht nur die Treue zum Männerchor bescheinigt, sondern auch sein vorbildlicher Probenbesuch. Daraus kann man ohne weiteres ableiten, dass Chrigel Bicker all jene Sachen recht macht, die er anpackt.

In der Schmitte aufgewachsen

Aufgewachsen in der Schmitte im Oberdorf (Schmied Bickers), genoss er die Jugendzeit als ältester von sieben Geschwistern im alten Grabs. Dass dabei das Pferd sein Lieblingstier war, ist eigentlich nur logisch, wenn Christian Bicker sagt: «Vier Familiengenerationen waren <Rösseler>, und mein Urgrossvater gründete im Jahre 1901 die Pferdegenossenschaft Werdenberg.» Bis heute ist auch er ein «Rösseler» geblieben.

1956 wurde Christian Bicker als Knecht im damaligen Bürgerheim Grabs angestellt. Später wurde es zum Altersheim, und dieses leitete er zusammen mit Ehefrau Trudi von 1974 bis 1991.

Danach bot er Kutschenfahrten an und lehrte nicht nur Leute das Kutschen fahren, sondern gewöhnte auch immer wieder Pferde so an, bis diese verkehrssicher mit dem Wagen liefen.

Ein populärer Grabser

Dass Christian Bicker 2004 mit über 4000 Stimmen wieder in den Kantonsrat gewählt wurde, sprach für seine Popularität. Auch in der Politik nannte er die Dinge beim Namen. Auch seinen jüngsten Kampf hat er haushoch gewonnen, und erst noch als einziger SVP-Mann gegen die ganze Fraktion. Die Rede ist von der Standortfrage des Spitals, die einen glücklichen Ausgang nahm. «Das ist die allergrösste Freude meiner politischen Zeit», sagt er ganz ehrlich. «Zum Glück bleibt nun unser Spital in Grabs erhalten!» Er habe bis zuletzt für dieses Spital gekämpft, und das einzige Dankeschön dafür habe er vom Spital selbst erhalten.

Das Leben ist zu schön

Verbittert ist Chrigel Bicker deswegen überhaupt nicht, schliesslich wurde ihm recht gegeben. Zu wertvoll und zu schön sei das Leben nämlich. Und dieses Leben, das weiss Chrigel mit seiner Trudi zu geniessen. Es würde genug Arbeit rund ums Haus geben, sagen die beiden. Ganz gerne besuchen sie auch die Tochter und das Grosskind auswärts.

Manchmal würden auch Leute kommen, die etwas mehr über Abstimmungen Bescheid wissen wollen. Im Herbst besucht Christian Bicker die Viehschauen in den Kantonen St. Gallen und Appenzell. Überhaupt: «Jetzt tun wir all das, wozu wir vorher keine Zeit hatten», ist sich das Ehepaar Bicker einig. «Ja, so vergeht die Zeit», sagt Christian, blickt durchs Fenster auf die grosse Wiesenfläche hinter und erwähnt die vielen Schneeglöcklein vor dem Haus.

«Die sind ohne unser Dazutun gewachsen, sind die nicht auch wunderbar?»

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