Persönliche Betreuung ist gefragt

In der Betreuung der privaten Beistände hat die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Werdenberg Lücken festgestellt. Mit verschiedenen Massnahmen will sie in diesem Bereich nun wesentliche Verbesserungen erreichen.

Thomas Schwizer
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Manche private Beistände sind dankbar, dass sie eine Ansprechperson auf der zuständigen Behörde vor Ort haben mit einem offenen Ohr für sie. (Bild: Urs Jaudas)

Manche private Beistände sind dankbar, dass sie eine Ansprechperson auf der zuständigen Behörde vor Ort haben mit einem offenen Ohr für sie. (Bild: Urs Jaudas)

REGION/BUCHS. Für einen vorerst befristeten Zeitraum bis Ende August 2016 wurde bei der Kesb Werdenberg eine 30-Prozent-Stelle für die Gewinnung und Betreuung der privaten Beistände bewilligt. In einer Übergangszeit hat Arno Rissi diese Aufgabe wahrgenommen, mit Karin Niederhauser ist nun eine definitive Besetzung gefunden worden.

Zeitfenster wird geschätzt

Die Rückmeldungen der privaten Beistände zeigen, dass diese die Hilfestellung schätzen und gerne nutzen, zieht Kesb-Präsident Patrik Terzer eine positive Zwischenbilanz aus der Startphase. Der Bedarf für eine fixe Ansprechperson sei vorhanden.

Dass es für die «Sprechstunden» feste Zeiten gibt, wird begründet mit den weiteren Funktionen, die Karin Niederhauser im Sekretariat und im Revisorat ausübt. In diesen beiden Funktionen ist sie bereits seit Ende April bei der Kesb Werdenberg tätig.

Weitere Dienstleistungsangebote

Die festen Betreuungszeiten sind aber nicht das einzige neue Dienstleistungsangebot der Kesb für private Beistände. Im Oktober führt die Kesb erstmals eine Weiterbildungsveranstaltung zu aktuellen Themen der Mandatsführung für sie durch. Diesmal stehen die Rechnungsführung und die Ergänzungsleistungen im Mittelpunkt – zwei Fachbereiche, in denen die Beistandspersonen wichtige Aufgaben ausüben.

Häufig stelle man im Revisorat fest, dass private Beistandspersonen den Anspruch von Ergänzungsleistungsbezügern auf Rückerstattung der Krankheitskosten nicht kennen, sagt Patrik Terzer. Dann weise man sie auf diesen Anspruch hin. Weitere Weiterbildungsanlässe sollen folgen.

Hoffen auf eine Weiterführung

Ausserdem ist geplant, dass die Kesb Werdenberg Merkblätter und Formulare für private Beistände aufbereitet. Und schliesslich wird neu eine Erfahrungsgruppe organisiert, in welche sie sich unter Leitung von Karin Niederhauser austauschen und aktuelle Fragen mit Praxisbezug stellen können. «Wir schätzen die wertvolle Arbeit der privaten Beistände und unterstützen sie gerne», betont der Kesb-Präsident.

Die 30-Prozent-Stelle für die Gewinnung und Betreuung privater Beistände ist vorerst bis Ende August 2016 befristet.

Auf Grund der bereits jetzt positiven Rückmeldungen und Erfahrungen hofft Patrik Terzer, dass dieses Dienstleistungsangebot unbefristet angeboten werden kann. «Unseres Erachtens ist die dauerhafte Unterstützung privater Beistände notwendig», sagt er. Davon würden die Beistände und ebenso die verbeiständeten Personen profitieren, ist er überzeugt.

Karin Niederhauser Betreuerin privater Beistände bei der Kesb Werdenberg (Bild: Thomas Schwizer)

Karin Niederhauser Betreuerin privater Beistände bei der Kesb Werdenberg (Bild: Thomas Schwizer)