Pelzchappni Gugga löst sich 2017 auf

Die Geschichte der Seveler Guggenmusik neigt sich zu Ende: Während der Fasnachtssaison 2015/16 wurde pausiert, 2016/17 rappelt sich die Pelzchappni Gugga noch einmal auf, um ihr 25-Jahr-Jubiläum zu feiern – wenn auch ohne Maskenball. Danach ist aber definitiv Schluss.

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Die Fasnachtsumzüge der Pelzchappni Gugga durch Sevelen zum Auftakt des Kindermaskenballs sind Geschichte. Es gibt keine Neuauflage mehr. (Archivbild: Heini Schwendener)

Die Fasnachtsumzüge der Pelzchappni Gugga durch Sevelen zum Auftakt des Kindermaskenballs sind Geschichte. Es gibt keine Neuauflage mehr. (Archivbild: Heini Schwendener)

SEVELEN. Eine eigentliche Fasnachtshochburg ist die Heimat der Pelzchappni Gugga nicht. Aber dank ihr gab es auch in Sevelen seit 1992 ein närrisches Treiben – mit beliebten und geschätzten Fasnachtsanlässen für Kinder und Erwachsene. Angesichts dieser Tradition fiel den Mitgliedern der Entscheid an der Hauptversammlung vom 13. Mai nicht leicht: Der Verein wird 2017, nach der 25-Jahr-Jubiläumssaison aufgelöst.

Veränderte Fasnachtskultur

Was bewegt einen Verein, der so lange erfolgreich ist, dazu, die Auflösung zu beschliessen? Dafür gibt es mehrere Gründe. Da ist einmal das schwindende Interesse am Vereinsleben, was sich bei den Pelzchappnis negativ auf die Mitgliederzahlen ausgewirkt hat. Dies alleine hätte eine Guggenmusik, die sich in der Region mit ihrem besonderen Stil einen Namen gemacht hat, nicht zu Fall gebracht. Vielmehr trug die generelle Veränderung der Fasnachtskultur dazu bei, dass auch «alte», treue Vereinsmitglieder zunehmend die Freude an der fünften Jahreszeit verloren.

Wenn Mitglieder, die schon bei der Gründung der Pelzchappni Gugga Sevelen dabei waren, von der damaligen Fasnacht schwärmen, so unterscheidet sich das Bild zu heute markant. Guggenmusiken – auch die kleinen – waren damals überall willkommen, in den vielen dekorierten Beizen, an Maskenbällen und Umzügen. Wenn eine Guggenmusik in einen Saal marschierte, gehörte ihr die volle Aufmerksamkeit der verkleideten Gäste.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich vieles verändert. Guggenmusiken schossen wie Pilze aus dem Boden. Das Überangebot bekamen vor allem die kleineren Gruppen wie eben die Pelzchappnis bitter zu spüren. Plötzlich musste um Auftrittsmöglichkeiten aktiv geworben werden. Zudem wurden dekorierte Beizen immer weniger. Viele Guggen mussten sich kreative Auftrittsorte in Skigebieten, Bahnhofstrassen usw. suchen, um überhaupt noch vor Publikum auftreten zu können.

Die Wertschätzung fehlt

Aber auch der Musikkonsum hat sich verändert. Junge, oft unverkleidete Fasnachtsgäste tanzen zur Musik des DJs, bis die Fetzen fliegen. Der «Unterbruch» der Clubmusik durch eine Guggenmusik wird dann von vielen dazu genutzt, neue Getränke zu holen oder draussen eine Zigarette zu rauchen. Wo bleibt da die Wertschätzung?

Die Mitglieder der Pelzchappni Gugga Sevelen jammern nicht über die neue Fasnacht, sie haben den Trend erkannt. Sie stellen sich auch der Tatsache, dass eine Guggenmusik heute grosse Mitgliederzahlen aufweisen muss, um sich im harten Wettbewerb behaupten zu können.

Aus diesem Grund beschlossen die rund zehn verbliebenen Mitglieder, den Verein nach der bevorstehenden 25-Jahr-Jubiläumssaison aufzulösen. Vorausgegangen war bereits eine Saison, in der die Pelzchappnis pausieren mussten, weil sie mit den wenigen Mitgliedern ihre hohen musikalischen Ansprüche nicht mehr erfüllen konnten.

Nicht klanglos abtreten

Die Pelzchappni Gugga Sevelen wird sich aber nicht sang- und klanglos von der Fasnachtsbühne verabschieden. «Es wird ein Abgang mit hocherhobenem Haupt werden!», versichert Vereinspräsidentin Sandra Meier, «deshalb haben die aktiven Mitglieder für diese finale Schluss- und Jubiläumssaison Ehemalige und Ehrenmitglieder um ihre Unterstützung gebeten.»

Zum Glück sind viele treue Pelzchappnis diesem Ruf gefolgt. Somit konnte an der Hauptversammlung eine Gruppe zusammengestellt werden, welche bereit ist, dem Verein ein würdevolles Ende zu bereiten. Rund 20 Pelzchappnis werden sich lautstark verabschieden. (pd/she)