Pauschalbesteuerung ist keine Lösung

In Gstaad sieht es sehr schlecht aus für den Betrieb der Bergbahnen und Berghäuser. Als Hauptaktionärin hätte die Gemeinde Saanen rund 13 Millionen Franken aufzuwerfen, um den Skibetrieb weiterhin zu ermöglichen. Das geht nicht ohne Steuererhöhung – für die Normalbürger.

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In Gstaad sieht es sehr schlecht aus für den Betrieb der Bergbahnen und Berghäuser. Als Hauptaktionärin hätte die Gemeinde Saanen rund 13 Millionen Franken aufzuwerfen, um den Skibetrieb weiterhin zu ermöglichen. Das geht nicht ohne Steuererhöhung – für die Normalbürger. Saanen pflegt aber 180 «Pauschalierte» von insgesamt 210 im Kanton Bern.

Entgegen den Beteuerungen der Verfechter einer verfassungswidrigen Pauschalbesteuerung ist dieses Modell für den Nobelort Gstaad definitiv keine Lösung.

Am nächsten Wochenende haben wir an der Urne die Chance, einen eklatanten Verfassungsbruch mit einem Ja zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung zu korrigieren. Dem kritischen Stimmbürger fällt auf, dass wir mit Initiativen immer wieder Forderungen in der Bundesverfassung verankern, welche dann nicht eingehalten werden können. So locken die «Urdemokraten» auch am nächsten Abstimmungstermin wieder mit zwei Pflöcken, welche unbedingt in der Bundesverfassung einzuschlagen seien. Pflöcke, welche meist wieder von denselben politischen Kräften gelockert werden, sobald sie ihnen nicht mehr in den Kram passen.

Oder glauben Sie ernsthaft daran, dass wir per Verfassung 10 Prozent der Entwicklungshilfe für die Empfängnisverhütung und Familienplanung in der Dritten Welt stecken oder rund 20 Prozent der Jahresgoldmenge aufkaufen können? In die Verfassung aber gehört nur, was auch garantiert eingehalten werden kann. Sorgen wir dafür, indem wir zuerst einmal den Grundsatz der Steuergerechtigkeit wieder herstellen und nicht noch weitere Fallstricke einbauen.

This Schwendener

Churerstrasse 114 a, 9470 Buchs

Neid gefährdet Arbeitsplätze

Es ist peinlich. Aus falschem Neid setzen sich reiche Schweizer für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung ein. Sie empören sich in ihren entrückten Sphären darüber, dass ein Millionärskollege ein paar tausend Franken weniger Steuern bezahlt. Sie ärgern sich, wenn sie nicht so viele Luxusautos haben wie ein anderer Überreicher. In dieser Empörung blenden sie vollkommen aus, dass sie mit ihrer Forderung nach der Abschaffung der Pauschalbesteuerung über 22 000 Arbeitsplätze gefährden. Arbeitsplätze in Gebieten, die finanziell nicht so rosig gebettet sind wie sie. Arbeitsplätze, die nicht ersetzt werden können und deren Verlust ein schwerer Schicksalsschlag für die Betroffenen und ihre Familien ist. Und das peinlichste: Die Gewerkschaften applaudieren dieser entrückten Schweizer Millionärsgilde noch und schwafeln von Gerechtigkeit. Meine Antwort auf einen solchen Blödsinn ist ein klares Nein am 30. November zur schädlichen Pauschalbesteuerungs-Initiative.

Pascal Senn

Vizepräsident Jungfreisinnige Partei Werdenberg-Sarganserland, 9470 Buchs

Ecopop mit zwei Gesichtern?

Die Wirtschaft und die meisten Parteien sind von Ecopop nicht begeistert. Verstehen kann ich die Gegner, begreifen ist eine andere Sache. Der sogenannte Fachkräftemangel ist hausgemacht, da die Wirtschaft es nicht mehr nötig hatte, eigene Leute auszubilden. Die Antwort: ein Lehrling kostet zu viel.

Die Regierung jammert, die Umweltverschmutzung sei noch zu hoch, und will Steuern erhöhen oder neue einführen. Sie behauptet, die Zuwanderung sei nicht schuld. Ich glaube, jeder weiss, dass 80 000 Menschen inklusive Fahrzeug auch mehr Umweltverschmutzung bringen.

Man kann Ecopop ansehen wie man will. Was die Arbeitsplätze oder deren Auslagerung anbelangt, muss ich sagen, dies ist schon lange kein Argument mehr. Gerade die Metallindustrie jammert jetzt schon, also braucht diese auch keine Fachkräfte.

Ja oder Nein zu Ecopop muss jeder für sich entscheiden, nur darf der Bürger danach nicht jammern. Ich sage Ja zu Ecopop, auch wenn es ein schwieriger Weg ist. Ja, weil unsere Regierung die Volksabstimmungen nicht akzeptiert oder zum Nichts abschwächt, siehe Masseneinwanderung, Verwahrungs-Initiative, Alpen-Initiative usw.

Ernst Rüdisühli

Unterstütli 21, 9470 Buchs

Wir brauchen beide Spitäler

Sind Sie auch dafür, dass wir über moderne Spitäler verfügen, die attraktive Arbeitsplätze und über 1000 jungen Menschen Zukunft bieten? Dann stimmen Sie am 30. November Ja zu allen sechs Spitalvorlagen. Denn wir können uns weder eine Zeitverzögerung für die Bauvorhaben noch einen Pflegenotstand leisten.

Gleich vorweg: Die Bau- und Zeitpläne liegen bereits vor. Mit einem Ja zu allen sechs Spitalvorlagen wird der über 15jährige Investitionsstop endlich beendet. Die Netzwerkstrategie des Kantonsrates – mit St. Gallen als Zentrum und den Spitälern Altstätten, Grabs, Linth und Wattwil als wichtige Aussenstellen – ist effizient, sinnvoll und nachhaltig. Wird nur eine der Spitalvorlagen abgelehnt, beginnt die Planung von vorne. Ein Plan B besteht nicht.

Die Spitäler im Kanton St. Gallen und das Ostschweizer Kinderspital ermöglichen rund 1000 jungen Menschen mit einer Ausbildung Zukunft und sind für über 600 Ärzte Ausbildungsstätte. Die nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze in unseren Spitälern ist essenziell und unabdingbar. Nur moderne und attraktive Spitäler verhindern eine Abwanderung in andere Kantone oder sogar einen Pflegenotstand in einigen Jahren.

Mir ist eine wohnortnahe Behandlung genauso wichtig wie eine sichere Finanzierung, die nachhaltig Bestand hat. Nehmen wir alle sechs Spitalvorlagen an und verschwenden keine weiteren Gelder für eine erneute Planung und Abstimmung. Besser wir investieren in die Wirtschaft im Kanton St. Gallen, in die Sicherung von Arbeits- sowie Ausbildungsplätzen und gewährleisten eine qualitativ hochstehende Notfall-, Grund- und Spezialversorgung.

Stimmen Sie am 30. November Ja – und zwar zu allen Spitalvorlagen. Dann verfügen wir über moderne Spitäler, die attraktive Arbeitsplätze und über 1000 jungen Menschen Zukunft bieten.

Christian Bicker

alt Kantonsrat SVP, 9472 Grabs