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«Ostschweizer Bergbahnen haben profitiert»

Nachgefragt

Die Ostschweizer Bergbahnen können nach dem frühen Schneefall auf einen äusserst erfolgreichen Saisonstart zurückblicken. Roger Walser, Präsident des Ostschweizer Verbands der Seilbahnunternehmungen, erklärt im Interview, warum.

Wie sieht die erste Bilanz der Bergbahnen in der Ostschweiz aus?

Im Vergleich zum Vorjahr war es ein äusserst erfolgreicher Saisonstart – bei sämtlichen Skigebieten in der Ostschweiz. Sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch im gesamtschweizerischen Vergleich.

Weshalb?

Es gab bereits früh Schnee, weshalb die hiesigen Bergbahnen im Vergleich zu den Vorjahren früh die Saison eröffnen konnten. Gleichzeitig war das Wetter an den Wochenenden vor Weihnachten meistens gut. Das hat extrem geholfen.

Gibt es noch weitere Gründe, beispielsweise neue Investitionen, die über den vergangenen Sommer gemacht wurden?

Das mag durchaus seinen Effekt gehabt haben. Aber hauptsächlich sind der frühe Schneefall und das gute Wetter für die positiven Zahlen verantwortlich.

Dennoch haben die Ostschweizer mehr profitiert als der schweizerische Durchschnitt. Demnach müssen sie etwas besser gemacht haben.

Nein, das kann man so nicht sagen. Das bessere Abschneiden der hiesigen Skigebiete hat mit der Lage zu tun.

Wie meinen Sie das?

Für die Ostschweizer Skigebiete sind Tagestouristen extrem wichtig, da hier die Anfahrtswege kurz sind. Und da die meisten Skitouristen vor Weihnachten noch nicht in die Skiferien gehen, sondern eher Tagesausflüge machen, konnten die Ostschweizer Bahnen überdurchschnittlich von den guten Wetterverhältnissen profitieren.

Was bedeutet der gute Saisonstart für die Bergbahnen?

Er hellt die Stimmung bei den Verantwortlichen auf und beruhigt die Nerven.

Beruhigt die Nerven?

In der Tat. Damit ist die nötige Liquidität für die Aufrechterhaltung des Betriebs für eine gewisse Zeit gesichert. Und wenn es so weitergeht, können zudem Investitionen für den Sommer- und Winterbetrieb ins Auge gefasst werden. Oder es kann schlicht ein wenig Geld auf die hohe Kante gelegt werden.

Ein guter Start reicht also noch nicht für eine gute Saison?

Leider nein. Dafür braucht es auch in der restlichen Saison gute Verhältnisse. Es ist aber ein gutes Fundament.

Ist die Freude bei den Bergbahnen dann nicht ein wenig verfrüht?

Jein. Das vorweihnachtliche und Neujahrsgeschäft ist für die Ostschweizer Bahnen wegen der Tagestouristen sehr wichtig. Für andere Skigebiete in der Schweiz ist diese Zeit im Vergleich weit weniger zentral, da sie den Umsatz auch nach dem Jahreswechsel mit Feriengästen machen können. Deshalb darf doch ein wenig Freude in der Ostschweiz aufkommen.

Kann man also vorsichtig optimistisch sein?

Sagen wir es doch so: Wenn der Saisonstart gelingt – was heuer definitiv der Fall ist –, dann passt das Fundament eigentlich für eine erfolgreiche Wintersportsaison. Ist hingegen das Gegenteil der Fall, ist es für die Ostschweizer Bergbahnenbetreiber fast unmöglich, das Verlorene nach dem Jahreswechsel wieder komplett aufzuholen. (tn)

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