OSTSCHWEIZ: Standortförderer halten Zahlen unter Verschluss

Wegen übermächtiger Konkurrenz wollen Standort-promotoren die Bilanz der Firmenansiedlungen nicht offenlegen.

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Unter der Marke St. Gallen-Bodensee Area versuchen die Ostschweizer Kantone, internationale Unternehmen in die Region zu holen. Wie gut das im vergangenen Jahr gelungen ist, lässt sich nicht beurteilen; die Zahlen werden von der Organisation unter Verschluss gehalten. «Wir sind nicht dort, wo wir gern wären», sagen die Verantwortlichen. Das liege unter anderem am verschärften Wettbewerb.

Während die Ostschweiz früher gegen andere europäische Regionen kämpfte, ziehe sie heute häufig gegen andere Schweizer Kantone den Kürzeren. Eine starke Konkurrentin ist die Greater Zurich Area. Die Standortmarketing-Organisation umfasst mittlerweile acht Kantone von Schaffhausen bis Graubünden. 2019 könnte auch noch das Tessin hinzukommen; im November hat der Kanton ein Beitrittsgesuch gestellt. Die Greater Zurich Area AG konnte im Jahr 2017 laut eigenen Angaben 100 Firmen in den acht Mandatskantonen ansiedeln. Schon im Vorjahr waren es knapp über 100 gewesen. Offiziell steht ein Beitritt der Ostschweizer Kantone zur Greater Zurich Area zwar nicht zur Debatte. Der Erfolg der Zürcher Standortpromotion und die starke Zürich-Orientierung einzelner Ostschweizer Regionen und Städte befeuern aber die Diskussion über Sinn und Unsinn des Ostschweizer Alleingangs.11

Andri Rostetter

andri.rostetter@tagblatt.ch