OSTSCHWEIZ: Impfstoff-Präparate sind derzeit knapp

Ein Lieferengpass an Tetanus-Präparaten stellt hiesige Ärzte derzeit vor ­Herausforderungen. Immer häufiger fehlen ihnen Impfstoffe und Antibiotika.

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Impfstoff wird knapp: Kinder haben Vorrang. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Impfstoff wird knapp: Kinder haben Vorrang. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

In der Schweiz fehlen immer wieder Impfstoffe und Antibiotika. Grund sind asiatische Hersteller, welche die Präparate und Vakzine zum Teil als Einzige noch produzieren. Stockt es bei ihnen, spürt das der Weltmarkt. Bemerkbar macht sich das auch in der Ostschweiz. Zurzeit sind vor allem Präparate zur Tetanus-Impfung knapp. Die Ostschweizer Ärzte, Spitäler und Apotheken reagieren, indem sie Vorräte anhäufen oder im Ausland einkaufen. Für die Patienten bedeutet das Wartezeiten, höhere Kosten oder im schlimmsten Fall gar eine Ab­weisung. Denn Hausärzte sind dazu verpflichtet, zuerst Kinder zu impfen. Eine weitere Möglichkeit für Ärzte sind Kombinationsimpfungen. Patienten erhalten so zum nötigen Präparat aber noch zusätzliche, die sie gar nicht benötigen. «Falls es längerfristig so weitergeht, braucht es vielleicht einen staatlichen Betrieb, der Impf­stoffe und andere wichtige Arzneien herstellt», sagt der Thurgauer Kantonsapotheker Rainer Andenmatten. Das zuständige Bundesamt für Gesundheit lehnt das jedoch ab.9

Martin Rechsteiner

martin.rechsteiner@tagblatt.ch