Optimale Qualität geerntet

Die Winzer im Kanton St. Gallen konnten eine qualitativ hervorragende Weinernte einbringen – auch in der Region Werdenberg. Noch selten gestaltete sich die Weinlese so problemlos.

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REGION/KANTON ST. GALLEN. Der sonnige Sommer und der ideale Herbst führten dazu, dass die Winzer kürzlich ausserordentlich gute Trauben ernten durften. Die Menge liegt bei den weissen wie auch bei den roten Sorten leicht unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Mit 97 Öchslegrad erreichte die Sorte Blauburgunder (Pinot Noir) im kantonalen Durchschnitt einen hohen Wert. Auch in den Werdenberger Rebbau-Gemeinden Wartau, Sennwald, Sevelen und Grabs erzielte diese Traube zwischen 90,5 und 95° Öchsle. In Mels wurde mit 109° Öchsle der höchste Wert gemessen. Die weisse Hauptsorte, der Müller-Thurgau (Riesling × Sylvaner) erzielte durchschnittlich sehr gute 81 Öchslegrad, im Wartau sogar 81,9.

Ein Frühling ohne Spätfröste

Das erfreuliche Jahr nahm seinen Lauf schon im Frühling. Das warme Wetter, das sich Mitte April durchsetzte, führte dazu, dass die Reben so austrieben, «wie man es sich wünscht». Das schreibt Markus Hardegger von der Fachstelle Weinbau des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez in einer Mitteilung. Weder Pockenmilben noch andere Schädlinge konnten den sich schnell entwickelnden Blättern etwas anhaben. Die gefürchteten Spätfröste im Mai, die eine ganze Ernte vernichten können, blieben gänzlich aus. Es war nass, aber warm. So zeigten die Reben bald einen Vegetationsvorsprung von rund einer Woche gegenüber einem durchschnittlichen Jahr. Es folgte zeitraubende Arbeit: das Erlesen der besten Triebe und das Einschlaufen ins Drahtgerüst, damit die Blätter möglichst viel Sonnenlicht aufnehmen können.

Starkes Wachstum im Juli

Bereits Anfang Juni blühten die ersten Sorten. Danach begann die Entwicklung der Beeren. Während dieser Zeit ist sonniges und warmes Wetter entscheidend für eine gute Ernte. Der Juli stellte diesbezüglich Rekorde auf. Die Durchschnittstemperatur lag mit 22,5 Grad Celsius um 4 Grad höher als in einem Durchschnittsjahr. Die Reben wuchsen sehr stark.

Nach dem trockenen Sommer war der Regen Anfang September willkommen. Weder die gefürchtete Kirschessigfliege noch die Traubenfäulnis waren ein Thema und die Schönwetterphase im September liess die Trauben optimal reifen. Einer problemlosen Weinlese stand nichts mehr im Wege, denn die Früchte waren allerorts überdurchschnittlich gesund. Bereits am 1. September wurde die Lese mit den Müller-Thurgau-Trauben in Sevelen gestartet.

Auch Spezialitäten gut

In den Gemeinden Sennwald und Wartau werden Spezialitäten wie Léon millot, Seyval blanc und Maréchal Foch gepflanzt. Auch hier ergab die Kombination aus weniger Traubenbehang und idealem Wetter eine hervorragende Qualität, welche kräftige, gehaltvolle Weine hervorbringt. Allgemein sind die Erwartungen an den Jahrgang 2015 hoch. Erste Degustationen zeigten, dass sich die Jungweine sehr schön entwickeln, so Hardegger. (ch/pd)

Einer der wenigen Föhntage in diesem Herbst im Staatswingert in Frümsen. (Bild: pd)

Einer der wenigen Föhntage in diesem Herbst im Staatswingert in Frümsen. (Bild: pd)