Operiert wird immer mehr im Ausland

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Vaduz Die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) im Fürstentum Liechtenstein sind im 3. Quartal gesunken, weil sich die Patienten im Ausland unters Messer legen. Im Landesspital ist man aber nicht beunruhigt.

Am Dienstag teilte der Liechtensteinische Krankenkassenverband (LKV) mit, dass die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im 3. Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahr um rund 3,3 Prozent gesunken sind. Das sind auf den ersten Blick gute Nachrichten. Doch damit werden andere Probleme nicht kleiner. «Einen grossen Anteil an der ­negativen Kostenentwicklung ­haben die stationären Spitalkosten. Sie sinken um 3,3 Prozent. Grund dafür sind Kostenverschiebungen weg vom Liechtensteinischen Landesspital, bei dem die Krankenversicherer 77 Prozent übernehmen, hin zu anderen Spitälern in der Region, bei denen die Versicherer nur 45 Prozent der Behandlung aus der OKP zahlen», schreibt der LKV. Weil immer mehr Operationen im Ausland durchgeführt werden, sinken die Kosten in der OKP, dafür fehlen diese Fälle dem Landesspital. Der Landtag musste im September für dieses einen Notkredit von 2,5 Millionen Franken beschliessen.

Kostenverlagerung auf Zusatzversicherungen

Es gibt einen weiteren Punkt, der diese Kostensenkung bei der OKP in einem anderen Licht erscheinen lässt. «Die Spitalkosten steigen insgesamt weiter ungebremst, aufgrund des Sondereffekts wird die OKP entlastet, die Zusatzversicherungen aufgrund fehlender Staatsbeiträge bei einigen Spitälern aber stark belastet, was sich in der Prämienentwicklung niederschlägt», so der LKV.

Bereits im Oktober stellte der LKV zudem fest, dass sich viele jüngere Versicherte nicht mehr zusatzversichern. Konkret heisst auch dies, dass die Prämien für Halbprivat- und Privat-Versicherte weiter steigen werden.

Trotz der Nachrichten des LKV ist man beim Landesspital nicht beunruhigt. Nachdem man im ersten Quartal die fehlenden Fallzahlen registriert hat, wurde eine Szenarioanalyse gemacht und das Budget angepasst. Gemäss Spitaldirektor Karl-Anton Wohlwend liegt man derzeit zwischen dem mittleren und besten Szenario und damit um rund eine Million Franken besser als ursprünglich angenommen. «Sowohl die Fallzahlen als auch die Komplexität der Fälle haben sich besser entwickelt, als wir im Frühjahr erwartet haben. Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft. Wir sind auf Kurs», so Wohlwend. Der Notkredit des Landtages werde auf jeden Fall ausreichen. (slb)