Ohne Stress und Todesängste

REGION. Bei einer Hofschlachtung verläuft alles absolut ruhig – ohne Stress für die Tiere. Wenn ein Rind beim Betäubungsschuss zu Boden geht, bleiben seine Artgenossen entspannt.

Heidy Beyeler
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REGION. Bei einer Hofschlachtung verläuft alles absolut ruhig – ohne Stress für die Tiere. Wenn ein Rind beim Betäubungsschuss zu Boden geht, bleiben seine Artgenossen entspannt.

Christian Vetsch aus Sevelen meint nach dem Gespräch mit dem W&O, es sei wichtig, dass die Öffentlichkeit, aber vor allem die Landwirte über die Methode der Weideschlachtung informiert werden. Es bestehe Informationsbedarf. Bei der Weideschlachtung braucht es Ruhe und Zeit. Unbestritten ist, dass der Aufwand bei einer Weideschlachtung deutlich höher ist als bei einer Massenschlachtung. Da am Schlachttag nicht bekannt ist, welches der schlachtreifen Rinder nun getötet wird, muss der Veterinär bei der Lebendviehbeschau alle in der Gruppe befindlichen Tiere begutachten. Wenn sie freigegeben sind, werden die Tiere im Verbund auf die Koppel gebracht. Im Fall vom Hof «Zur chalte Hose» auf der Forch macht sich der Bauer Nils Müller auf dem Hochstand parat. Der Veterinär sowie der örtliche Metzger bleiben ausser Sichtweite.

Nils Müller – er hat die Jagdprüfung erfolgreich absolviert – wartet geduldig auf dem Hochsitz, bis sich eines der Tiere ihm zuwendet. Ausgerüstet mit einem Kleinkalibergewehr, mit Reflexpunktvisier, wartet er – wie er das auf der Jagd auch tut – auf den richtigen Moment. Bis zum Schuss kann es manchmal dauern. Danach geht alles sehr schnell. Beim Schuss bleibt die Herde völlig ruhig, während das getroffene Tier betäubt zu Boden fällt. Während das getroffene Tier am Seil des Hoftraxes hochgehievt wird, macht der Metzger den Entblutungsschnitt, die Herde wird aus der Koppel auf die Weide bzw. zum Laufstall geführt. All das geschieht in wenigen Sekunden. Danach wird das Tier auf einen hygienisch einwandfreien Spezialanhänger geladen und in die nahe gelegene Dorfmetzgerei verbracht, wo das Fleisch handwerklich weiterverarbeitet wird.