Ohne IMT AG gäbe es die IMT Medical AG nicht

BUCHS. In Zeiten, wo andere Firmen die Arbeitszeiten erhöhen, Löhne kürzen, oder ihre Produktion ins Ausland verlagern, wachsen die IMT AG und die IMT Medical AG. Im Jahr 2014 wurden in beiden Firmen zusammen 88 Mitarbeiter beschäftigt, dieses Jahr 110.

Alexandra Gächter
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Die neu geschaffene Produktionsstrasse der IMT Medical AG sorgt für schnellere Produktionszeiten.

Die neu geschaffene Produktionsstrasse der IMT Medical AG sorgt für schnellere Produktionszeiten.

BUCHS. In Zeiten, wo andere Firmen die Arbeitszeiten erhöhen, Löhne kürzen, oder ihre Produktion ins Ausland verlagern, wachsen die IMT AG und die IMT Medical AG. Im Jahr 2014 wurden in beiden Firmen zusammen 88 Mitarbeiter beschäftigt, dieses Jahr 110. Beinahe 70 Personen davon sind Ingenieure, ungefähr 30 sind Produktionsmitarbeiter. Diverse Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz im Ausland. «Das sind Verkäufer, die auf anderen Kontinenten stationiert sind», sagt Harri Friberg, CEO der IMT Medical AG. Auffallend viele junge Männer sind als Ingenieure beschäftigt. Im Pausenraum hängen Bilder von Firmenausflügen. Lachende Mitarbeiter beim Skifahren, Wandern, Bogenschiessen und bei anderen Aktivitäten sind darauf zu sehen. Daneben liegen Brot, Früchte und Müsli als Znüni bereit. «Wir müssen die Mitarbeiter bei Laune halten», sagt Friberg.

1999 Schwesterfirma gegründet

Im Jahr 1991 gründete Jakob Däscher die Firma IMT AG (Information Management Technology). Wenig später beteiligte sich der heutige CFO, Christian Büchel, bei der IMT AG. Mit ihrer Philosophie «making ideas work» spezialisierte sich die Firma auf komplexe Software-Lösungen für namhafte Grossfirmen in ganz Europa. Sie entwickelt dabei Softwarelösungen und Geräte von der Idee bis zum fertigen Produkt. Ein paar Jahre später stiess Harri Friberg zu der Firma IMT AG dazu. Durch seinen medizinaltechnischen Hintergrund wurde 1999 die Schwesterfirma IMT Medical AG gegründet. Die IMT AG investierte einige Millionen Franken in die IMT Medical AG. «Für eine Firma, die im Medizinalbereich tätig ist, ist es heute fast nicht mehr möglich ohne Investor zu starten», sagt Friberg. So könne man sagen, dass es ohne die IMT AG die Innovationspreisträgerin IMT Medical AG nicht gäbe. Die Trennung der beiden Firmen habe auch Sicherheitsgründe. In der Medizinaltechnik können Rechtsstreitigkeiten hohe finanzielle Folgen haben.

Das Image der Schweiz half

Die Firma IMT Medical AG entwickelt, produziert und vertreibt unter dem Produktnamen «Bellavista» ein laufend wachsendes Sortiment von Beatmungsgeräten für verschiedene Einsatzzwecke. Während die IMT Medical AG bei den Beatmungsgeräten ein Newcomer auf dem Markt ist, darf sie sich bei den Testlungen und bei den Mess- und Kalibriergeräten für Beatmungsgeräte Marktleader nennen. Das Image der Schweiz half ihr dabei, diese Position auf dem Markt zu erlangen. «Die Schweiz ist eben bekannt für ihre Präzision», sagt Harri Friberg.

Gerät berechnet Luftmenge

Durch die Messgeräte konnte die IMT Medical AG über Jahre hinweg die Kundenbedürfnisse aufnehmen. «Wir haben uns bei allen Geräten sehr stark am Markt und am Mitbewerb orientiert», sagt Harri Friberg. Bei ihren Beatmungsgeräten muss der Arzt nur das Geschlecht und die Körpergrösse eingeben. Das Gerät berechnet dann automatisch, wie viel Luft der Patient benötigt.

Da Schläuche für die Patienten sehr unangenehm sein können und Masken das Risiko bergen, dass Luft ausströmt, kann das Gerät Lecks überwachen und kompensieren. Zudem kann das Gerät Säuglinge und auch Erwachsene beatmen.

Obwohl es von der Entwicklung eines Beatmungsgerätes bis zum Verkauf ein langer Weg ist, blickt die Firma IMT Medical AG optimistisch in die Zukunft. «Wir entwickeln nicht nur unsere Geräte immer weiter, sondern auch uns und unsere Prozesse», sagt Harri Friberg abschliessend.