Ohne Druck Fähigkeiten entfalten

AdL-Kinder erleben weniger Druck, können auf der anderen Seite ihre Fähigkeiten entfalten und werden ihrem Potenzial entsprechend gefördert, so dass sie positive Ergebnisse und Fortschritte (Selbstwirksamkeit) erleben.

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AdL-Kinder erleben weniger Druck, können auf der anderen Seite ihre Fähigkeiten entfalten und werden ihrem Potenzial entsprechend gefördert, so dass sie positive Ergebnisse und Fortschritte (Selbstwirksamkeit) erleben. Aus heutiger Sicht betrachtet dürften die einstigen Mehrklassensysteme, die in vielen kleinen Schulen Realität waren, als Vorreiter von altersdurchmischtem Lernen bezeichnet werden. Diese Unterrichtsform förderte schon immer das mit- und voneinander Lernen verschiedenaltriger Kinder.

«Die altersdurchmischte Form trägt der Tatsache Rechnung, dass nie alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse bezüglich Lernfortschritt gleich weit sind», sagt Aldo Cadosch, Mittelstufenlehrer im AdL-Projekt Frümsen-Salez. «Begabte Viertklässler zum Beispiel haben so die

Möglichkeit, teilweise bereits

auf dem Niveau der Fünft-

klässler zu lernen, während langsamere Schüler der fünften Klasse den Stoff der vierten Klasse nochmals repetieren

können. Von diesem System

des vor- und rückgreifenden Lernens profitiert demzufolge jedes Kind.»

Das Lernen mit- und voneinander findet auf ungezwungene Art statt. Die AdL-Klasse ist eine natürliche Lerngemeinschaft, welcher das gesamte Lernangebot der dreijährigen Stufe zur Verfügung steht. Kinder lernen sich – je nach Situation – in eine Kindergruppe einzuordnen oder die Führung zu übernehmen. Im Schulalltag werden Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Verantwortung und Toleranz geübt und gelebt. In der AdL-Klasse wird auf die individuellen Fähigkeiten der Kinder besonders eingegangen; der Druck auf einen angedachten Klassendurchschnitt beziehungsweise auf leistungshemmende Rivalitäten schwindet. (bey)