Ohne Begeisterung ins Bad gegen die ansteckende Schafräude

GAMS. «Seit das Räudebad-Obligatorium vor einigen Jahren aufgehoben wurde, sind die Teilnehmerzahlen zurückgegangen», sagt Roland Zigerlig vom Werkhof der Gemeinde Sennwald. «Das <Lammbada> auf freiwilliger Basis wird deshalb von den Gemeinden Gams und Sennwald gemeinsam durchgeführt».

Corinne Hanselmann
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Diese Schafe der Rasse Heidschnucken nahmen ein Bad gegen die Schafräude. (Bild: Corinne Hanselmann)

Diese Schafe der Rasse Heidschnucken nahmen ein Bad gegen die Schafräude. (Bild: Corinne Hanselmann)

GAMS. «Seit das Räudebad-Obligatorium vor einigen Jahren aufgehoben wurde, sind die Teilnehmerzahlen zurückgegangen», sagt Roland Zigerlig vom Werkhof der Gemeinde Sennwald. «Das <Lammbada> auf freiwilliger Basis wird deshalb von den Gemeinden Gams und Sennwald gemeinsam durchgeführt». Rund 400 Tiere sind von ihren Besitzern angemeldet worden, um am Mittwoch beim Gamser Alterswohnheim Möösli ein Bad als Behandlung gegen Schafräude zu nehmen. Diese Krankheit wird durch Milben ausgelöst und übertragen und führt zu starkem Juckreiz und Ausfallen der Wolle. Damit Schafe «sauber» auf die Alp gebracht werden können, ist das Baden im Frühling üblich.

Wieder mehr Fälle der Räude

«Auch wenn die Schafräude nicht mehr als zu bekämpfende Seuche deklariert ist und kein Obligatorium mehr gilt, schreiben noch einige Alpen das Räudebad vor», erklärt der Gamser Tierarzt Risch Cantieni, der für die richtige Konzentration des Milbengifts im Bad und die anschliessende korrekte Entsorgung verantwortlich ist. Er empfiehlt das Räudebad den Schafhaltern auf jeden Fall, denn: «Seit die Behandlung nicht mehr obligatorisch ist, tauchen wieder vermehrt Fälle der Räude auf.»

Obwohl Schafe gemäss Tierarzt gut schwimmen könnten, hielt sich die Begeisterung der Tiere für das Bad in Grenzen. «Sie sind halt keine Wassertiere», so Cantieni. So mussten die Werkhofmitarbeiter vor allem bei den ersten Tieren einer Herde etwas nachhelfen und sie sanft, aber bestimmt in Richtung Bad befördern. «Wichtig ist, dass die Schafe auch mit dem Kopf kurz unter Wasser sind», erklärt Cantieni, «denn die Milben können auch am Kopf und an den Ohren sein».

Hauptsächlich weisse Alpenschafe, aber auch einige andere Rassen wie beispielsweise Heidschnucken, waren in Gams vertreten. Der Vormittag war den gegen Moderhinke behandelten Vierbeinern vorbehalten. Es handelt sich dabei um eine schmerzhafte Klauenkrankheit. Um Ansteckungen zu vermeiden, wurden die Gruppen getrennt gebadet.

Effizient und preisgünstig

Der Grund, warum Schafe mit einem Bad und nicht wie räudebefallene Hunde oder Katzen mit Tropfampullen behandelt werden, sind in erster Linie die Kosten. Für das Bad bezahlen die Schafhalter pro Tier Fr. 1.50. Andere Behandlungen wären um ein Mehrfaches teurer. «Ausserdem ist es an einer Badestelle ein relativ einfaches Prozedere, um auch grössere Gruppen von Tieren zu behandeln», so der Tierarzt.

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