Offshore-Fonds für Schweizer Entwicklungshilfe

In der Entwicklungszusammenarbeit setzt der Bund auf Offshore-Finanzplätze. Im Zentrum steht der sogenannte Swiss Investment Fund for Emerging Markets (Sifem), eine Aktiengesellschaft, die vollständig im Besitz der Eidgenossenschaft ist.

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In der Entwicklungszusammenarbeit setzt der Bund auf Offshore-Finanzplätze. Im Zentrum steht der sogenannte Swiss Investment Fund for Emerging Markets (Sifem), eine Aktiengesellschaft, die vollständig im Besitz der Eidgenossenschaft ist. Im vergangenen Jahr investierte der Sifem rund 80 Millionen Franken, um Unternehmen in Schwellen- und Transitionsländern zu unterstützen. Die Hälfte floss laut Mediensprecherin Monika Gysin über Fonds, die über Offshore-Gesellschaften abgewickelt wurden. Diese haben ihren Sitz unter anderem auf den Cayman Islands, in Luxemburg und Mauritius. Der Sifem investiere über Offshore-Gesellschaften, weil die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in den Zielländern oft schwierig seien, sagt Gysin. Im Gegensatz dazu würden Offshore-Finanzplätze den Investoren Rechts- und Anlegerschutz gewähren.

Für Entwicklungshilfe-Experten hat das Vorgehen des Sifem positive und negative Seiten. Auf diese Art würden Steueroasen moralisch und finanziell unterstützt, kritisiert beispielsweise Mark Herkenrath, der Geschäftsleiter der entwicklungspolitischen Arbeitsgemeinschaft Alliance Sud. (mbu) ? SCHWEIZ 19