Offener Brief an den Vorstand

Leserbrief

Werner Geel, Ehemaliger Präsident Grosser Stadtrat, Schaffhausen; Christian Göldi, Bauingenieur, Schaffhausen; Werner Hagmann, Historiker und Archivar, Zürich/Sevelen; Sigrid Hodel-Hoenes, Ehemalige H
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An der vergangenen Mitgliederversammlung der Historisch-Heimatkundlichen Vereinigung der Region Werdenberg (HHVW) vom 27. April 2017 folgte eine Mehrheit der Anwesenden den Anträgen des Vorstands. Damit wird es das «Werdenberger Jahr­buch» in der bewährten, qualitativ hochstehenden Form ab 2018 nicht mehr geben. An dessen Stelle soll eine «Nach­folge­publikation» treten, über die vom Vorstand kaum viel mehr zu erfahren war, als dass sie «billiger» und «dünner» sein soll. Der Vorstand und mit ihm die Mehrheit der Anwesenden nimmt damit ein Experiment mit höchst ungewissem Ausgang in Kauf. Dies um so mehr, als die beiden langjährigen und erfahrenen Redaktoren mit ihrer immensen Kenntnis unter diesen Umständen nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Wir Unterzeichnende, meist langjährige, engagierte HHVW-Mitglieder, ziehen hiermit die logische Konsequenz aus der aktuellen Entwicklung und treten per sofort aus der HHVW aus. Der Verein, dem wir während Jahren, ja oft sogar Jahrzehnten die Treue gehalten haben, war für uns lange ein wichtiges Stück Heimat. Unter dem gegenwärtigen Präsidium ist uns der Verein jedoch zunehmend fremd geworden. Der Ausgang der Mitgliederversammlung lässt definitiv keinen Zweifel, dass für uns in diesem Verein kein Platz mehr ist und dass dies nicht mehr «unser» Verein ist.

Ein Hauptgrund für unsere Mitgliedschaft war nämlich das «Werdenberger Jahrbuch», so wie wir es kennen und schätzen. Mit unserem Austritt ist der Vorstand zumindest den Kern der ihm so unbequemen Opposition los und hat nun freie Bahn, seine Vorstellungen ungehindert umzusetzen. Wir hingegen werden auch ohne die HHVW eigene Wege finden, uns für die Werdenberger Geschichte und Heimatkunde weiterhin engagieren.

Die Ankündigung der Präsidentin, der Vorstand werde geschlossen zurücktreten für den Fall, dass unsere Anträge zur ­Sicherung des Jahrbuchs in der bisherigen Form angenommen würden, empfinden wir nicht nur als Einschüchterung, sondern als Nötigung der Mitgliederversammlung. Nicht zuletzt dank dieses fragwürdigen Vorgehens konnte sich der – im doppelten Sinne – «einstimmige» Vorstand auf der ganzen Linie durchsetzen. Damit liegt nun die volle Verantwortung für die getroffene Weichenstellung und für die Realisierung des mehr als nebulösen «Nachfolgeprodukts» beim Vorstand. Das Ergebnis wird sich am hohen Massstab messen lassen müssen, den das nun durch die vorstandstreue Versammlungsmehrheit gebodigte «alte» Werdenberger Jahrbuch im Laufe der letzten drei Jahrzehnte aufgebaut und stetig weiterentwickelt hat.

Werner Geel, ehemaliger Präsident Grosser Stadtrat, Schaffhausen; Christian Göldi, Bauingenieur, Schaffhausen; Werner Hagmann, Historiker und Archivar, Zürich/Sevelen; Sigrid Hodel-Hoenes, ehemalige HHVW-­Präsidentin 2006 bis 2012, Fontnas; Peter Lippuner, ehemaliger Wissenschaftsjournalist SRF, Winterthur; Hermann Schol, HHVW-Kassier, Fontnas; Barbara Stricker, Lektorin «Werdenberger Jahrbuch», Grabs; Hans Stricker, Romanist, ehemaliger Redaktor «Werdenberger Jahrbuch», ehemaliger Vizepräsident HHVW, Grabserberg; Maja Suenderhauf, ehemalige Redaktorin «Werdenberger Jahrbuch», Buchs; Urs Suenderhauf, Kinderarzt, Buchs; Valentin Vincenz, Romanist und Namenforscher, Buchs; Hans Jakob Reich, Redaktionsleiter «Werdenberger Jahrbuch», Salez; Hansjakob Gabathuler, Redaktor «Werdenberger Jahrbuch», Buchs; Daniel Kellerhals, Berater und Konzertveranstalter, Trübbach; Ralph Schlaepfer, ehemaliger HHVW-­Präsident 1997–2006, Grabs;

Ueli Schlegel, Architekt, Zürich