Offener Brief an BSW

Samstagabend, 27. September, Lautsprecherdurchsage im IC von Zürich kurz vor Sargans: «Wir treffen mit einer Verspätung von 5 Minuten in Sargans ein.» Mein Gedanke: «Hoffentlich fährt mir der Bus nicht schon wieder weg.» Aussteigen in Sargans um 20.37.

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Samstagabend, 27. September, Lautsprecherdurchsage im IC von Zürich kurz vor Sargans: «Wir treffen mit einer Verspätung von 5 Minuten in Sargans ein.» Mein Gedanke: «Hoffentlich fährt mir der Bus nicht schon wieder weg.» Aussteigen in Sargans um 20.37. Ich schiele hinüber und kann keinen Bus sehen. Seine fahrplanmässige Abfahrt ist 20.36. Die Leute eilen zum auf der andern Seite wartenden Rheintalexpress, ich zur Bushaltestelle. Es ist 20.38, zwei Minuten später als die Busabfahrtszeit. Verdammt! Der Bus ist weg, auch durch die Anzeigetafel unwiderruflich angezeigt: nächste Abfahrt um 21.36, in einer Stunde(!).

Ich beschliesse, mit dem Liechtensteinbus bis Dornau zu fahren und von dort zu Fuss nach Hause zu wandern, um nicht sinnlos warten zu müssen. Im Bus treffe ich einen andern frustrierten Passagier, der mich aufklärt: diese Woche hätte er dies dreimal erlebt. Ich solle am besten per Mail reklamieren. Die vom Bus würden sich aber mit der Antwort herausreden, dass die Busfahrer von den SBB keine Meldung über Zugverspätungen erhalten würden. Darauf erklärte ich ihm, dass ich nach meiner letzten Reklamation einen ganzen Monat auf eine Antwort gewartet und sie erst auf eine zweite Anfrage erhalten hätte.

Sehr geehrte Busunternehmung, ich möchte Sie zu einer öffentlichen Stellungnahme herausfordern, weil ich nicht schon wieder einen Monat auf eine Antwort warten möchte. Ich will mich auch definitiv nicht damit abfinden, dass ein Busbetrieb ihren Kunden wiederholt dermassen rücksichtslos vor der Nase wegfährt. Ich kann es auch nicht glauben, dass eine Betriebsleitung im Informationszeitalter nicht fähig sein soll, den Busfahrern die nötigen Informationen rechtzeitig zukommen zu lassen oder ihnen diese Möglichkeit technisch einzurichten. Und ich glaube immer noch daran, dass Sie fähig sind, Ihr Fahrpersonal in Kundenfreundlichkeit zu bilden. (Verspätungen werden im Bahnhof ausgerufen und können bei der Bushaltestelle gehört werden)

Nicht zuletzt möchte ich Gemeindevertreter auf das Problem aufmerksam machen. Denn was nützt das viele Geld, das die öffentliche Hand für den Busbetrieb ausgibt, wenn ihre Bürger gezwungen werden, mit dem Auto zur Bahnstation zu fahren? Ich kenne einige, die das so handhaben (und manchmal tue ich es sogar), weil man sonst riskiert, den Anschluss zu verpassen. Ich verstehe es, wenn nicht beliebig lange gewartet werden kann, weil auch der nächste Anschluss in Buchs gewährleistet sein muss. Aber abends oder am Sonntag, wenn der Bus nur stündlich fährt, gibt es auch wenig Verkehr.

Walter Götti, Profasonweg 1, 9476 Fontnas