OBERSCHAN: Lohnverhandlung gescheitert

Der Schweizerische Baumeisterverband SBV wird für 2018 keine Lohnverhandlungen mehr führen. Es werden auch keine Lohnempfehlungen abgegeben. So entschieden es die Delegierten an ihrer Versammlung.

Heidy Beyeler
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Der neue Landesmantelvertrag für das Baugewerbe wird erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 verhandelt. (Archivbild: Urs Bucher)

Der neue Landesmantelvertrag für das Baugewerbe wird erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 verhandelt. (Archivbild: Urs Bucher)

Heidy Beyeler

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An der Herbstversammlung des Baumeisterverbandes Sargans-Werdenberg informierte Präsident Thomas Toldo aus erster Hand über die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Baumeisterverbandes vor einer Woche. Die Delegierten entschieden, keine weiteren Verhandlungen mit den Gewerkschaften zu führen. Man habe diesen gegenüber ein faires Angebot gemacht, das von den Gewerkschaften ­allerdings ausgeschlagen worden sei. Das heisst, die Baumeister sind frei in ihrer Entscheidung in Bezug auf die Lohngestaltung 2018. Der aktuelle Landesmantelvertrag LMV für das Bauhaupt­gewerbe gilt noch bis Ende 2018, sodass die Ergebnisse für eine allfällige Erneuerung des LMV erst in der zweiten Hälfte 2018 bekannt gegeben werden können.

Eine Änderung wird es in der Finanzierung der höheren Berufsbildung für das kommende Jahr in Kraft setzen. Die Neu­regelung würden positive Aus­wirkungen nach sich ziehen, ­beispielsweise wie Anreiz, die entsprechenden Prüfungen abzu­legen, Beiträge werden schweizweit harmonisiert und der Bildungsmarkt wird transparent, heisst es vom SBV.

Grosses Kopfschütteln bei den Baumeistern

Ab dem kommenden Oktober soll das neue Informationssystem «Allianz Bau» eingeführt werden, mit dem die Kontrollen in der gesamten Baubranche harmonisiert und die Identität sowie die Arbeitssituation eines jeden Bauarbeiters vor Ort mittels Badge überprüft werden können. Damit soll der grösste Teil allfälliger Missbräuche verhindert werden, begründet der SBV die Einführung dieses Systems. Die Ostschweizer Baumeister haben dieses System abgelehnt, wie Thomas Toldo an der Herbsttagung betonte. Wie der Datenschutz damit gewährleistet ist, weiss er nicht. Die anwesenden Baumeister schüttelten zu diesem Thema nur den Kopf – ein allfälliger Kommentar blieb ihnen offenbar im Hals stecken. «Wir wurden von der Mehrheit überstimmt. Das heisst, wir konnten diese Neuerung nicht verhindern», hielt Toldo fest.

Als weitere Baustelle bezeichnete Toldo die Regieansätze. Seit 2015 durften die Baumeister keine Regieansätze mehr herausgeben. Grund dafür war ein Einspruch der Weko, die dahinter eine Wettbewerbsverzerrung sieht. Nun soll ein gemeinsamer Regietarif ausgearbeitet werden. Zum aktuellen Bauindex Schweiz stellte Toldo fest, dass für das 2018 kein Höhenflug in Aussicht steht, er werde das Niveau von 2017 ungefähr halten. Im Wohnungs- und Wirtschaftsbau hat man im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr eine erfreuliche Entwicklung festgestellt. Der Tiefbau­index zeigt aber doch einen ­spürbaren Abwärtstrend. Sorge be­reitet dem Präsidenten jedoch der Baupreis, nachdem dieser gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent zurückgegangen sei. Wenn man die Teuerung in Betracht ziehe, dann «müssen wir feststellen, dass das Baugewerbe immer günstiger wird». Auch Toldo hat zu diesem Phänomen kein Patentrezept, empfiehlt aber seinen Kollegen: «Gebt ein ­Augenmerk auf eure Kalkulation und macht bei der negativen Preisspirale auf Kosten eurer Marge nicht mehr mit. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir uns heute auf demselben Niveau befinden wie vor sechs Jahren. Das heisst – die gesamte Teuerung der vergangenen Jahre ist zu Lasten eurer Marge gegangen.»