Nur fliegen ist noch schöner

E-Bikes erobern nicht nur Städte und Landschaften, sie bieten auch Spass und Freude. Es erschliessen sich neue Märkte – auch für E-Mountainbikes, die den etwas weniger gut Trainierten im steileren und schwierigeren Gelände Unterstützung bieten.

Heidy Beyeler
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Beratung und Service sind gerade bei Velos mit Elektromotor wichtig, damit sie immer einwandfrei funktionieren, raten die Fachhändler Otto Lindenau (links) und Othmar Ehrenzeller. (Bilder Heidy Beyeler)

Beratung und Service sind gerade bei Velos mit Elektromotor wichtig, damit sie immer einwandfrei funktionieren, raten die Fachhändler Otto Lindenau (links) und Othmar Ehrenzeller. (Bilder Heidy Beyeler)

REGION. Der Markt für E-Bikes boomt weiter. Dazu kommen zusehends gut ausgestattete E-Mountainbikes auf den Markt, die vor allem jüngere Trendsetter ansprechen.

Zweirad-Fachmann Thomas Lindenau aus Gams stellt fest, dass die Mountain-Bikes häufig auch von Kunden aus gesundheitlichen Gründen gekauft werden, beispielsweise wenn das Herz nicht mehr so stark ist, aber jemand doch noch gerne bergauf und bergab fährt oder mit seiner durchtrainierten Partnerin oder seinem sportlichen Partner Veloausflüge machen will. In solchen Fällen sei ein mit Elektromotor unterstütztes Mountainbike hilfreich, sagt Thomas Lindenau.

«Pendler, die bei Wind und Wetter unterwegs sind, entscheiden sich meist für ein schnelles E-Bike, das eine Geschwindigkeit bis zu 45 km/h zulässt», sagt Fachmann Othmar Ehrenzeller aus Buchs. Es gilt zu beachten, dass alle E-Bikes, die mit Tretunterstützung eine Geschwindigkeit von über 25 km/h leisten, zur Kategorie Mofa gehören und deshalb nur mit Nummernschild zugelassen sind. Demzufolge sind auch Helm und Haftpflichtversicherung obligatorisch. «Ferner müssen die schnellen E-Bikes einer jährlichen Kontrolle unterzogen werden», ergänzt Ehrenzeller.

Vom Euro-Kurs profitieren

Zum Thema Eurokurs sagte Otto Lindenau ganz klar. «Unser Verband hat in diesem Fall sehr rasch reagiert. Wir geben die Differenz zwischen Euro und Schweizer Franken mit Preisabschlägen unseren Kunden weiter.» Was bedeutet dies für das Schweizer E-Bike Flyer? «Bis zum 1. April gewährte der Schweizer Hersteller einen Rabatt von 400 Franken», erklärt Othmar Ehrenzeller. Er ist überzeugt, «dass die E-Bike-Hersteller aus dem Euro-Raum bald ihre Preise anheben müssen, weil sich die Preisdifferenz gegenüber dem Schweizer Franken in nächster Zeit verringern wird.»

Und wie beurteilen die beiden Fachhändler den Kauf eines E-Bikes im nahen Ausland, via Internet oder bei Billiganbietern (Grossverteiler, Discounter) in der Schweiz? Das könne sehr problematisch werden, insbesondere wenn Defekte und Mängel auftreten, sind sie sich einig. Otto Lindenau kann ein aktuelles Beispiel dafür nennen. Er erzählt: «Kürzlich kam eine Frau mit einem neuen E-Bike zu mir in die Werkstatt. Der Motor mache so komische Geräusche, stellte sie fest. Auf die Frage, woher sie das E-Bike habe, sagte sie frank und frei: «Ich habe es ennet der Grenze gekauft.» Lindenau empfahl ihr, das E-Bike beim Verkäufer im Ausland kontrollieren beziehungsweise instand stellen zu lassen. Schliesslich verfügen die Schweizer Fachhändler nicht über die Ersatzteile für jene Marken, die sie nicht selbst verkaufen.

Schnäppchen – ja oder nein?

Die Preise für Marken-E-Bikes bewegen sich im Fachhandel zwischen 2800 und 4000 Franken. Die befragten Fachhändler raten von einem spontanen Schnäppchenkauf ab. Die Argumente sind plausibel. Wer ein E-Bike im Ausland kauft, muss bei allfälligen Defekten den Weg hin und her über die Grenze auf sich nehmen. Bei im Internet gekauften E-Bikes wird es noch schwieriger, wenn das E-Bike schadhaft ist. Und fachliche Beratung gibt es dann auch keine, ebenso wenig wie bei Discountern und Grossverteilern. «Dort gibt es kein Fachpersonal für E-Bikes, das sich über das ganze Jahr hinweg mit Elektrovelos beschäftigt», führt der Fachhandel ins Feld.

«Wo wollen die Leute ihr Elektrovelo einmal pro Jahr überprüfen lassen, wenn nicht dort, wo sie es gekauft haben?», fragt der erfahrene Zweirad-Mechaniker Otto Lindenau provokativ.

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