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NOTHILFE: Rega trotzt dem Nebel und den Wolken

Oft scheitern Rettungseinsätze der Rega am schlechten Wetter. Das wird sich dank neuer Technologien ändern. Auch das Kantonsspital St. Gallen wird ab Sommer 2018 davon profitieren.
Hannah Göldi
Der Gebirgshelikopter der Rega-Basis St. Gallen unterwegs in unbesiedeltem Berggebiet. (Bild: PD)

Der Gebirgshelikopter der Rega-Basis St. Gallen unterwegs in unbesiedeltem Berggebiet. (Bild: PD)

Hannah Göldi

hannah.goeldi@tagblatt.ch

Damit Helikopter im Sichtflug fliegen können, müssen sie sich ausserhalb der Wolken befinden. Schlechtes Wetter hindert die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) oft an schnellen Rettungen über die Luft. Die Rega möchte dieses Hindernis überwinden, um Spitäler auch bei Nebel und tiefliegenden Wolken zu erreichen. Jetzt gibt es Fortschritte: Helikopter der Rega können das Inselspital Bern bereits mit dem sogenannten Instrumentenflugverfahren (IFR) anfliegen. Auch Verunfallte in der Ostschweiz dürfen bald bei schlechtem Wetter die Rettung am Himmel suchen.

Das Kantonsspital St. Gallen soll bald über eine auf Satellitendaten basierende Flugroute erreichbar sein. Dabei sollen Helikopter einem Netz aus Instrumentenflugrouten namens Low Flight Network nachfliegen. Wie auf einer Autobahn folgen sie dabei mittels Autopilot einer im Flugrechner gespeicherten Flugroute.

Durch das Nebelmeer zum Unfallort

Zur Zeit dient das IFR-Verfahren vor allem dazu, Nebeldecken zu durchbrechen. So könnte das Team der Rega St. Gallen zum Beispiel trotz grauen Himmels den Säntis erreichen. Über der Decke herrscht dann klare Sicht und die Rega kann den Unfallort anfliegen. «Ab Sommer 2018 sollte das möglich sein», sagt Rega-Chefpilot Heinz Leibundgut. Das Netz aus Flugrouten für die Basis in Gossau und das Kantonsspital St. Gallen sowie das Kinderspital seien bereits erstellt. «Es fehlen noch Testflüge und die anschliessende Zulassung durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt.» Die Vision sei es, auch direkt im Nebel liegende Unfallorte über das Low Flight Network anfliegen zu können. «Weitere Anflüge auf Schweizer Spitäler sind ausserdem in Arbeit», sagt der Chefpilot.

Heute könnten schweizweit etwa 600 Personen pro Jahr nicht aus der Luft versorgt werden. Schon seit längerem arbeitet die Rega für die Erstellung des Low Flight Networks mit der Schweizer Luftwaffe und der Flugsicherungsgesellschaft Skyguide zusammen. Bisher konnte die Rega wichtige Knotenpunkte nur zu Skyguide-Betriebszeiten von 8 bis 17 Uhr im Instrumentenflug anfliegen. «Doch medizinische Notfälle halten sich nicht an Betriebszeiten», sagt Leibundgut.

Vor einer Woche hat der Bund daher eine Ausnahmebewilligung für wichtige Knotenpunkte der Rega erteilt. Dank dieser neuen Regelung sollen künftig rund 300 Patienten mehr von der Hilfe der Rega profitieren. Der Militärflugplatz Emmen und das Inselspital in Bern dürfen nun rund um die Uhr von der Rega im Instrumentenflugverfahren angeflogen werden. Der Militärflugplatz Meiringen ist neu tagsüber für die ganzwöchige Nutzung zugelassen. Die neue Regelung gilt allein für die Rega, da Flüge normalerweise eine Bewilligung der Kontrollzentralen benötigen.

Über die Weihnachtstage organisierte die Einsatzzentrale der Rega rund 180 Rettungseinsätze. Davon sind die Rega-Basen der Ostschweiz rund 50 geflogen. «Bei schönem Wetter und Feiertagen sind mehr Leute im Freien unterwegs. Folglich kann es zu mehr Unfällen und Einsätzen für uns kommen», sagt Leibundgut.

Während der Feiertage konnten fünf Patienten bereits von der Ausnahmebewilligung profitieren. Dabei flog die Rega jeweils den Flugplatz Emmen im Instrumentenflug an. Von dort aus ging es unterhalb der Nebeldecke weiter ins Kantonsspital Luzern. Noch vor St. Gallen wird allerdings Luzern bereits Anfang Jahr über einen Direktanflug verfügen.

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