Noch «zwitschern» wenige

Die Sozialen Medien spielen im aktuellen Wahlkampf um einen Sitz im Kantonsratssaal keine bedeutende Rolle. Doch zunehmend mehr Kandidierende setzen auf sie als ergänzendes Mittel.

Hanspeter Thurnherr
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REGION. Wer mit dem Auto durchs Werdenberg fährt, könnte meinen, dass Wahlen mit Plakaten gewonnen werden. Auch die anderen traditionellen Mittel wie Inserate, Flyer, Veranstaltungen und Standaktionen haben scheinbar nicht an Bedeutung eingebüsst. Doch wie wichtig sind im Wahlkampf die elektronischen und Sozialen Medien wie Internet, iPad, Facebook, Twitter oder LinkedIn?

Wenige mit eigener Website

Was auffällt: Längst nicht alle Kandidatinnen und Kandidaten setzen auf eigene Homepages. Und auch Facebook, Twitter und Co. werden nur von einer Minderheit eingesetzt. Zumeist setzen die Parteien auf gemeinsame Seiten, um ihre Kandidatinnen und Kandidaten «kompakt» zu präsentieren.

Von intensiv bis gar nicht

Einzelne aber beherrschen das Spiel auf der Klaviatur der Sozialen Medien. An vorderster Front sind es die «Jungspunde» der SVP: Kunststück, wenn einer ihrer Aushängeschilder Informatiker ist und seine Brötchen in der Internetbranche verdient.

Doch es gibt vereinzelt auch in anderen Parteien Kandidatinnen und Kandidaten, die Soziale Medien intensiv nutzen. Andererseits verzichten selbst gestandene Wahlkämpfer auf diese modernen Kommunikationsmittel – und überlassen es dem politischen «Nachwuchs», hier neue Akzente zu setzen.

Zurückhaltende Mandatsträger

Auffällig ist, wie zurückhaltend vor allem die vielen für den Kantonsrat kandidierenden Gemeindepräsidenten und Gemeinderäte die Sozialen Medien einsetzen – mit einer markanten (weiblichen) Ausnahme.

Die Werdenberger CVP nutzt den aktuellen Wahlkampf, um mit Facebook Erfahrungen zu sammeln. Dabei ist sie sich bewusst, dass sie vermehrt auf die Sozialen Medien setzen muss.

Die «i-hasi»-Regel

Politikberater Mark Balsiger sagte im «Migros-Magazin»: «Wahlen werden weiterhin nicht im Internet gewonnen. Social Media sind nur ein Puzzleteil einer erfolgreichen Kampagne.» Manche Politiker würden lieber die Finger davon lassen: «Wer sich dazu zwingen muss, bespielt diese Kanäle in der Regel auch nicht gut.» Balsiger hat die «i-hasi»-Formel entwickelt: «i» steht für interaktiv, «h» für humorvoll, «a» für authentisch, «s» für stetig und «i» für interessant. So könne man Erfolg haben. ? DIE DRITTE

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