Niemand zahlt gern Steuern

Die Armen nicht, die Bürgerlichen nicht, schon gar nicht die Reichen. Und auch die Sozialhilfeempfänger nicht, die neuerdings (zurück-)zahlen sollen. Und vor allem die

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Die Armen nicht, die Bürgerlichen nicht, schon gar nicht die Reichen. Und auch die Sozialhilfeempfänger nicht, die neuerdings (zurück-)zahlen sollen. Und vor allem die

Kapitalisten nicht! Diese aber müssen ihre Kapitalgewinne nicht versteuern. Wer hat, dem wird halt immer noch gegeben und umso mehr, wenn dies legal oder mit legalen Kniffs geschehen kann. Und das soll auch so bleiben: Der schweizerische Föderalismus-Emmentaler hat genügend Steuerschlupflöcher. Auch keine Erbschaftssteuer für Millionäre. Obwohl die Reichtumsschere immer weiter aufgeht. Obwohl sogar die OECD bestätigt, dass dies volkswirtschaftlich schädlich ist. Obwohl die Altersvorsorge in Schieflage gerät: Die gesellschaftliche Solidarität verkommt zusehends.

Mit einem neuen Totschlagwort wird die berechtigte und immer dringlichere Frage nach der (Steuer-)Gerechtigkeit abgeschmettert: Neidkultur. Wer hat's erfunden? Wer setzt die Ansprüche der Vermögenden durch und die Ansprüche der kleinen Leute herab?

Es gibt dazu in unserem Parlament eine höchst erfolgreiche Allianz der freiheitlichen Geldsäcke und ihres nationalschweizerischen Fussvolkes. Im nächsten Herbst wären Parlamentswahlen.

Otto Ackermann

Profasonweg 7, 9476 Fontnas