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«Nicht optimal – aber nicht schlecht»

Mit einem Sprintrennen in Arosa ging am Freitag die Weltcup-Saison für die Skicrossfahrer zu Ende. Der Gamser Jonas Lenherr erreichte die Viertelfinals souverän, schied dann aber durch eigenes Verschulden aus. Er beendete das Rennen auf Platz 13, die Weltcup-Saison auf Rang 9.
Robert Kucera
Legende (Bild:)

Legende (Bild:)

SKICROSS. Ein Weltcuprennen in Arosa stellt für Jonas Lenherr primär ein Heimrennen dar. «Es ist immer speziell, vor Heimpublikum und in dieser tollen Atmosphäre zu fahren.» Dass er just an diesem Wettkampfort in den vergangenen zwei Saisons Meilensteine gesetzt hat, blendet er aus: «Nein, daran habe ich nicht gedacht. Ich hatte einfach Freude, dass es jetzt ein Heimrennen gibt», schildert Lenherr, was vor dem Start in Arosa in seinem Kopf vor sich ging.

Es gibt keine Lieblingsstrecke

Es war folglich ein Rennen wie jedes andere auch. Egal, auf welcher Piste, auf welchem Kontinent Jonas Lenherr in die Ski-Duelle mit drei anderen Mitstreitern steigt – er will stets sein Bestes geben und in der Rangliste seinen Namen so weit vorne wie nur möglich zu sehen. Arosa ist demnach keine Lieblingsstrecke. Dies soll nicht als Beleidigung an den Bündner Wintersportort verstanden werden. Der Gamser hat schlicht keinen Lieblings-Wettkampfort.

«Strecke war zu einfach»

Ob der Sprintbewerb, also eine deutlich verkürzte Strecke, wie gestern in Arosa, ein Format wird das er liebt, vermag Lenherr noch nicht zu sagen. Da müsse man eine grössere Distanz zum Anlass haben als im Augenblick des Gesprächs mit dem W&O. «Neue Sachen bringen immer etwas. Es ist wichtig, diese auszuprobieren», hält der 26-Jährige fest. Gestört hat ihn in Arosa nur eines: «Die Strecke war zu einfach für mich.» Wenn schon eine Sprintstrecke gebaut werde, müsste diese seiner Ansicht nach technisch einiges anspruchsvoller sein.

Alles kann passieren

Doch deswegen ist Jonas Lenherr nicht im Viertelfinal ausgeschieden. Der Werdenberger kennt nur einen Schuldigen: Sich selbst. In den ersten beiden Heats wirkte Lenherr sehr konzentriert und abgeklärt, gewann beide Läufe. «Mit diesen Leistungen bin ich zufrieden», kommentiert er. Doch im Viertelfinal blieb er hängen, der Traum vom dritten Podestplatz in diesem Winter war vorbei. «Nach einer solchen Saison ist ein Viertelfinal-Out nicht optimal – aber es ist auch nicht schlecht», ist der Gamser hin- und hergerissen. «Auf diesem Kurs konnte alles passieren», ergänzt er.

Wie wahr: Die Konkurrenz bei den Männern ist so gross, dass Weltklassefahrer und Weltcupsieger dieser Saison wie Bastien Midol (Frankreich) oder Filip Flisar (Slowenien) bereits im Achtel- respektive im Sechzehntelfinal hängen blieben.

Schmaler Grat am Limit

Jonas Lenherr startete gut in seinen Viertelfinal-Heat, doch bei der zweiten Welle sprang er zu kurz und schlug bei der nächsten auf. Das Tempo und die Halbfinals waren futsch. Er bezeichnet das Malheur als «Konzentrationsfehler». Einen Fehler, der im Eifer des Gefechts aber jedem passieren kann. Denn die Athleten gehen volles Risiko, springen möglichst flach und wollen früh landen. «Der Grat ist recht schmal», beschreibt Lenherr. «Wenn man dann zu kurz springt, rächt sich das sofort. So ist es, wenn man am Limit fährt.»

«Noch nie so gut wie dieses Jahr»

Im Gesamtweltcup wurde er vom Teamkollegen Alex Fiva noch überholt, Jonas Lenherr ist zweitbester Schweizer auf Rang neun. «Ich war noch nie so gut wie dieses Jahr, auch wenn es ab und zu Ausrutscher gab. Für mich war das eine gute Saison. Ich habe erstmals ein Rennen gewonnen, bestätigte dies mit einem weiteren Podestplatz», zieht Lenherr ein positives Fazit. «Und ich bin Ende Saison gesund», hebt er hervor.

Zum Top-Ten-Platz im Gesamtweltcup sagt der Gamser zwar «cool», ergänzt aber rasch: «Aber es ist nicht Erster!» Jonas Lenherr hat definitiv Appetit auf mehr. «Aber ich will mir jetzt nicht das Ziel Gesamtweltcup für nächsten Winter setzen. Ich nehme jedes Rennen wie es kommt, gebe mein Bestes.»

Wer im Weltcup aufs Podest fährt, will auch an Grossanlässen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spiele unter die ersten drei. «Ich arbeite darauf hin, dass es am Tag X machbar ist», sagt Lenherr. «Ich habe in dieser Saison gezeigt, dass ich vorne mitfahren kann – also warum nicht an einem Grossanlass?»

Lenherr vermisst Ski Alpin nicht

Man merkt Jonas Lenherr an, wie viel Freude er am Skicross hat. Es herrscht kein Frust darüber, dass es im Ski Alpin nicht geklappt hat. «Alpin ist eine gute Schule – aber ich vermisse es nicht. Skicross ist viel mehr Fun und bestimmt nun mein Leben.»

Jonas Lenherr in Action: Auf der Sprintstrecke in Arosa macht er sich ganz klein und kommt so auf Tempo. Vor der Ziellinie macht er sich dagegen gross, um bei einem allfälligen Fotofinish die Finger vorn zu haben. (Bilder: Robert Kucera)

Jonas Lenherr in Action: Auf der Sprintstrecke in Arosa macht er sich ganz klein und kommt so auf Tempo. Vor der Ziellinie macht er sich dagegen gross, um bei einem allfälligen Fotofinish die Finger vorn zu haben. (Bilder: Robert Kucera)

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