«Nicht das Karrierenende»

Christian Vetsch erobert mit seiner Steirischen Harmonika die volkstümliche Schlagerwelt. Doch nun hat er bei einem Unfall zwei Fingerkuppen verloren.

Heini Schwendener
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Mit seiner Steirischen wurde Christian Vetsch bekannt und berühmt, mit ihr will er auch künftig auf die Bühne. (Bild: PD)

Mit seiner Steirischen wurde Christian Vetsch bekannt und berühmt, mit ihr will er auch künftig auf die Bühne. (Bild: PD)

Mit «Finger ab! Karriere aus?» betitelte der «Blick» die Geschichte über den Unfall «des aufstrebenden Sterns am volkstümlichen Schlagerhimmel». Der 19jährige Christian Vetsch geriet vor rund zwei Wochen bei der Arbeit in den Rotor einer Filtermaschine. Dabei wurden ihm zwei Fingerkuppen der rechten Hand abgetrennt.

Der Grabserberger gibt sich im Gespräch mit dem W&O viel optimistischer, als die Schlagzeilen im Boulevardblatt suggerieren: «Beim Zeigefinger fehlt nur ein kleines Stück, beim Mittelfinger etwa die Länge des Fingernagels. Aber die Gelenke sind noch intakt, ich hatte also Glück.»

Mit zwei kürzeren Fingern spielen

Christian Vetsch ist eine Frohnatur, den sein Missgeschick offenbar nicht aus der Fassung bringt. «Ich bin optimistisch, dass ich weiterhin meine Steirische spielen kann», sagt der Musiker. Er werde wohl einfach seine Technik wegen der zwei kürzeren Finger etwas anpassen müssen. «Auf jeden Fall bedeutet der Unfall sicher noch nicht mein Karrierenende.» Natürlich musste er einige Konzertauftritte wegen seines Unfalls absagen. Mitte November, wenn die Wunden verheilt sind, wird sich dann herausstellen, wie es mit Harmonika spielen weitergeht.

Ein nächstes Ziel hat Vetsch, dessen Karriere mit vielen internationalen Konzerten und TV-Auftritten vielversprechend begonnen hat, bereits wieder im Visier. Er ist für ein Silvesterkonzert gebucht, «dann will ich wieder auf der Bühne stehen».

Der Jungstar der volkstümlichen Schlagerszene singt auch. Wäre es allenfalls eine Option, dass Vetsch wegen seiner lädierten Finger nur noch als Sänger auf der Bühne steht? «Nein, die Steirische gehört zu mir, damit hat schliesslich alles angefangen», sagt er voller Zuversicht und Optimismus, «man wird mich weiter mit diesem Instrument auf der Bühne sehen.» Zwei verkürzte Finger werfen den gelernten Müller also nicht aus der Bahn.