NESSLAU: Sich zu Schweizer Holz bekennen

Am Waldratstag des Kantons St. Gallen stand die regionale Wertschöpfung durch die Verwendung von Holz aus den heimischen Wäldern im Mittelpunkt.

Merken
Drucken
Teilen
Betriebswirtschaftlich interessant: Die Waldräte kennen die Vorzüge von Schweizer Holz. (Bild: PD)

Betriebswirtschaftlich interessant: Die Waldräte kennen die Vorzüge von Schweizer Holz. (Bild: PD)

Die St. Galler Waldräte liessen sich an ihrem Ausbildungstag über die Möglichkeiten der stärkeren Verwendung von Schweizer Holz ­informieren. Kilian Looser, Gemeindepräsident von Nesslau, und Meinrad Gschwend vom Verein Rhyboot referierten über öffentliche Bauten aus Toggenburger und Rheintaler Holz. Architekt Thomas Metzler aus Frauenfeld und die Lignum Schweiz zeigten die Argumente für Holz auf. Regierungsrat Bruno Damann stellte in seinem Grusswort fest, dass die Waldräte die Waldregionen in den letzten zehn Jahren zusammen mit dem Kantonsforstamt erfolgreich aufgebaut haben. Er betonte die besondere Stellung des Waldes.

Betriebswirtschaftlich ­lohnenswert

Auch wenn die Waldwirtschaft sich in einer angespannten Lage befinde, ist der kantonale Volkswirtschaftsdirektor der Meinung, dass sich die Ernte und die Verarbeitung von Schweizer Holz aus öffentlichen wie betriebswirtschaftlichen Interessen lohnen. Um die Aktion für mehr Schweizer Holz zum Erfolg zu bringen, brauche es vom Waldeigentümer über die Sägereien sowie Planer und Holzbauer bis hin zu den Konsumenten und öffentlichen und privaten Bauherren ein klares Bekenntnis zum Holz vor unserer Haustüre.

Die Mitarbeitenden der Politischen Gemeinde Nesslau seien in der privilegierten Lage, in einem modernen Holzbau aus Toggenburger Holz zu arbeiten, meinte Gemeindepräsident Kilian Looser. Das Klima in einem ­Holzgebäude sei angenehm zum Wohnen, Arbeiten oder Lernen. Er erläuterte Vorgehen, Planung und Ausführung für das neue ­Gemeindehaus Nesslau.

Meinrad Gschwend ging auf den Neubau des Vereins ­Rhyboot ein, der aus Rheintaler Holz ­angefertigt wurde. Der Holzbau mit hoher Ausstrahlungskraft stelle einen Meilenstein in der Geschichte von ­Rhyboot dar. Architekt Thomas Metzler beleuchtete die Schnittstellen zwischen Bauherrschaft, Planer und Holz­bauer. Die Er­fahrung zeige, dass ein mit dem Herkunftszeichen Schweizer Holz zertifizierter Holzbau nur rund 0,4 bis 1 Prozent teurer sei als eine Ausführung mit importiertem Holz, hiess es am Anlass weiter.

Thomas Lüthi, Geschäfts­führer Lignum Schweiz, nannte die Argumente für Holz und zeigte auf, was bei der Ausschreibung von Bauten zu beachten ist, damit die Bauausführung dann auch tatsächlich in Schweizer Holz erfolgen könne. Die Lignum Holzkette St. Gallen berate Bauherren gerne zum Thema Holzbau und Holzenergie, sagte deren Präsident Thomas Wildberger. Eine funktionierende regionale Wertschöpfungskette Holz sei eine Antwort auf das schwierige Umfeld, in dem sich die Forst- und Holzbetriebe auch im Kanton St. Gallen bewegen. (pd)