NESSLAU: Darf der Hund mit auf die Ferienreise gehen?

Eugen Fauquex, Amtstierarzt und Verantwortlicher des kantonalen Veterinäramtes, hat wichtige Informationen zum Reisen mit Hunden vermittelt. Es gibt aber auch Gründe, die für «Ferien» im Tierheim sprechen.

Beatrice Bollhalder
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Der Tierarzt zeigt, wie einfach die Identifikation des Hundes dank des Chips ist. (Bilder: Beatrice Bollhalder)

Der Tierarzt zeigt, wie einfach die Identifikation des Hundes dank des Chips ist. (Bilder: Beatrice Bollhalder)

Die Sommerferien brechen an. Auch viele Tierhalter möchten gerne in die Ferne schweifen und sich eine Auszeit gönnen. Da stellt sich die Frage, ob sich das Reiseziel und der Ferien­aufenthalt dazu eignen, um das Haustier mitnehmen zu ­können.

Wer an einen Strand reist, tut gut daran, sich frühzeitig zu erkundigen, ob dort Hunde überhaupt erlaubt sind. Ein Städtetrip eignet sich eher weniger, um den Vierbeiner mitreisen zu lassen. Aber das eine oder andere Ziel, vor allem, wenn man sich dort mindestens so viel Zeit für den Partner auf vier Pfoten nehmen kann, eignet sich durchaus, um die Ferien gemeinsam zu geniessen. Ist dies nicht der Fall, kann das Haustier eventuell bei Freunden oder Nachbarn untergebracht werden, die sich genügend Zeit für den Hund nehmen.

Reise mit Tieren gut vorbereiten

Sollte man aber über keine passende Unterbringungsmöglichkeit verfügen, empfiehlt es sich, früh­zeitig in einer Tierpension nach einem Platz zu fragen.

Ist der Entscheid gefallen, und der Hund reist mit in die Ferien, müssen diese gut vorbereitet sein und sie sollten nicht allzu lange dauern. Es empfiehlt sich, das Tier nur wenig zu füttern, aber genügend Wasser dabei zu haben. Eugen Fauquex vom Vete­rinäramt St. Gallen regte bei der Veranstaltung am Dienstag an, dem Tier für die Reise im Auto eine Hundebox zur Verfügung zu stellen oder es mit einem speziellen «Gstältli» zu sichern.

Eine gute Vorbereitung empfiehlt sich, wenn die Reise ins Ausland geht. Es muss sichergestellt sein, dass der Hund vor dem Grenzübertritt mit einem Chip – dieser ist in der Schweiz für Hunde obligatorisch, für Katzen frei­willig – versehen ist. Ausserdem muss eine gültige Tollwutimpfung vorgewiesen und der Heimtierausweis muss mitgeführt werden. In Italien ist das Tragen eines Maulkorbes für Hunde obligatorisch. Für Reisen ausserhalb der Europäischen Union gelten weitere Vorschriften, ebenso für das ­Reisen mit dem Flugzeug.

Fauquex warnt davor, junge Hunde aus Mitleid aus anderen Ländern in die Schweiz einzu­führen. Eine solche Aktion kann schnell viel Geld verschlingen, da man ja nicht weiss, wie die Tiere gehalten worden sind und diese meist nicht gesund sind. Nebst Impfungen sind Untersuche nötig. Tieren aus Ländern, in denen die Tollwut noch nicht ausgerottet ist, droht das Einschläfern, wenn ein Verdacht aufkommt. «Es empfiehlt sich, ein Tier in der Schweiz bei einem bekannten Züchter zu erwerben», rät Eugen Fauquex.

Hunde sind keine Mitbringsel aus den Ferien

Anschliessend erklärte Dolores Rust vom Tierheim Nesslau, dass aufgrund der Grösse – hier finden 25 bis 30 Hunde und 30 bis 35 Katzen ein Plätzchen – auch ­anspruchsvolle Tiere vorüber­gehend eine Heimat finden. Das Team kann sich den Tieren besser widmen als in einer grossen Pension. Zudem ist auch der in Notfällen wichtige Tierarzt in der Nähe, das Tierheim ist nämlich im selben Gebäude unter­gebracht.

 

Beatrice Bollhalder

redaktion@wundo.ch