Nein zur schädlichen Mindestlohn-Initiative

Dass die Mindestlohn-Initiative die Falschen trifft, ist heute schon klar. Unternehmen in einer freien Marktwirtschaft müssen tagtäglich konkurrenzfähig sein. Denn wenn sie es nicht (mehr) sind, verschwinden sie und damit ihre Arbeitsplätze.

Beat De Coi Proderstrasse 69a, 7320 Sargans
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Dass die Mindestlohn-Initiative die Falschen trifft, ist heute schon klar. Unternehmen in einer freien Marktwirtschaft müssen tagtäglich konkurrenzfähig sein. Denn wenn sie es nicht (mehr) sind, verschwinden sie und damit ihre Arbeitsplätze. Bei einer Annahme der Mindestlohn-Initiative wird genau das passieren, was die Initianten eigentlich verhindern wollen. Unternehmen verlieren an Konkurrenzfähigkeit und gleichzeitig sind die Konsumenten nicht mehr bereit, die immer noch höheren Preise für Waren und Dienstleistungen zu bezahlen.

Den Café Crème für sechs Franken im Restaurant will niemand. Deshalb wird das Restaurant rasch leer sein und muss schliessen. Zumindest werden Stellen abgebaut. Oder die Exportfirma: Sie wird die Tätigkeiten, die durch die Mindestlohn-Initiative geschützt werden sollen, ins Ausland verlagern. Das Fazit ist rasch gezogen: Es gibt nur Verlierer, vor allem bei den niedrigen Löhnen. Deshalb muss diese schädliche und unsoziale Initiative durch ein Nein an der Urne abgelehnt werden.

Gerechte Löhne sind möglich und nötig

Am 18. Mai stimmt die Schweiz erneut über Verteilung, Gerechtigkeit und (Un-)Gleichheit ab. Bereits im Vorfeld haben mehrere Unternehmen unter dem Druck der Mindestlohn-Initiative von Gewerkschaften und SP ihre tiefsten Löhne öffentlichkeitswirksam erhöht, doch noch immer verdienen 330 000 Menschen weniger als 4000 Franken im Monat.

Die Mindestlohn-Initiative will das ändern: Wer zu 100 Prozent arbeitet, muss von seinem Lohn leben können, alles andere ist der reichen Schweiz unwürdig.

Rund 230 000 Personen in der Schweiz haben ein Vermögen von über einer Million Franken, wie kürzlich im «Tages-Anzeiger» nachzulesen war. Rund 5000 Personen verdienen sogar pro Jahr eine Million und mehr. Glücklich, wer wie diese Millionärinnen und Millionäre von der florierenden Schweizer Wirtschaft profitiert. Nur: Wäre es angesichts dieses Reichtums nicht mehr als gerecht, wenn die Löhne für alle steigen würden?

330 000 Menschen in der Schweiz können von Löhnen in der oben genannten Grössenordnung nur träumen. Für sie würde bereits ein Traum in Erfüllung gehen, wenn sie 4000 Franken pro Monat verdienen würden. Gerade genug, um in der teuren Schweiz die Lebenshaltungskosten einigermassen zu decken.

Gerechtigkeit ist kein Luxus – und erst recht kein Standortnachteil. Für 330 000 Menschen heisst Gerechtigkeit, mit einer 100-Prozent-Stelle genug zu verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Kuchen wird immer grösser, und es ist unser aller Aufgabe dafür zu sorgen, dass jeder und jede ein genügend grosses Stück erhält.

Die reiche Schweiz kann sich ein bisschen mehr Gerechtigkeit leisten. Deshalb braucht es am 18. Mai ein Ja.

Wir investieren in Bildung – es schafft Mehrwert

Es ist wunderbar in der Rolle des Forderungen-Stellenden zu sein. Das ist ein Recht! Ich habe aber in meinem Leben gelernt, wo ein Recht ist, da ist auch eine Pflicht bzw. auch ein Geben. Doch kommt es mir vor, dass dies oft vergessen geht. Wenn ich als Geschäftsleiter Bewerberinnen ohne Ausbildung einen Mindestlohn 4000 Franken bezahlen muss und Lernenden nach ihrer dreijährigen Lehre 4200 Franken, frage ich mich, was lohnt die Lehre wenn ich im Spaziergang 4000 Franken verdiene?

Leistung soll sich lohnen. Wir bilden über 20 Lernende aus und geben vielen Menschen die Chance (bei Arbeitslosigkeit, Neuorientierung etc.) mittels Praktikum, Brückenangebot, oder Erwachsenenlehre, einen neuen Berufsweg einzuschlagen.

Menschen denen wir eine Chance gaben, wissen das zu schätzen. Dies kann ich aber nur, wenn ich in der Lohnsumme unternehmerischen Freiraum für Chancen habe – wenn ich Leistungen belohnen kann. Wenn der Mindestlohn kommt – ist es aus – als Unternehmer habe ich dann wenig Perspektiven – keinen Spielraum. «Wenn wir die Freiheit aufgeben, um Sicherheit zu gewinnen, verlieren wir beides» (N. B. Franklin).

Unsere Wirtschaft ist darum so gut, weil wir bereit sind, flexible Lösungen/Chancen zu suchen und mittels Aus- und Fortbildung (duales System) Menschen weiterbringen. Nicht Löhne sondern Ausbildungschancen bringt Menschen weiter.

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