Naturschutz verschandelt einmaliges Hochmoor

LESERBRIEF Wieder einmal auf Besuch in der Schweiz wollte ich kürzlich Freunden das «Turberiet» oberhalb der Voralp Grabserberg zeigen. Ein einmalig schönes Hochmoor und Natur-Biotop mit verschiedensten Pflanzen und Blumen hatte ich von früheren Wanderungen in Erinnerung.

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LESERBRIEF

Wieder einmal auf Besuch in der Schweiz wollte ich kürzlich Freunden das «Turberiet» oberhalb der Voralp Grabserberg zeigen. Ein einmalig schönes Hochmoor und Natur-Biotop mit verschiedensten Pflanzen und Blumen hatte ich von früheren Wanderungen in Erinnerung.

Doch was ich dort antraf, waren zuerst mal überall scheussliche Durchgangs-Verbotsplakate mit Strafandrohung. (Es wurde mir bestätigt, dass sogar Einheimische von Wächtern in Polizeibegleitung massiv gebüsst wurden.)

Was sich aber hinter den Plakaten bot, war ein absoluter Schock. Das wunderschöne Moor, wo in der Mitte früher Torf gestochen wurde und kleine Wege durch die Naturschönheit führten, ist von allen kleinen Föhren «befreit», die Torflöcher mit schweren Baumaschinen bearbeitet und mit Holzschutt aufgefüllt worden. Das Resultat sind jetzt Seen und weit herum durchweichtes Land. Es sieht einfach nur schrecklich aus. Zudem wurden Wanderwege gesperrt und überflutet.

Diese absolute Schandtat wurde anscheinend vom Kanton auch noch mit 800 000 Franken gefördert. Ich liebe die Natur und sicher wurde mit dem Torf stechen das Moor verändert, aber was hier angestellt wurde, ist Frevel daran und wird Tausende von Jahren brauchen, um wieder einigermassen zu verheilen, wenn überhaupt.

Es ist zu hoffen, dass wenigstens der hintere Teil des Hochmoors verschont bleibt und die «studierten» Täter, welche den brutalen Eingriff in die Natur verbrochen haben, hart bestraft und aus ihren Ämtern geworfen werden. Zu heilen ist aber der Schaden wohl kaum noch.

Jürg Schwendener, Buchs/

80/80 Moo 7, Soi Samakee 2, Rawai, Phuket (Thailand)

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