NATIONALITÄTEN DER PENSIONIERTEN MIGRANTEN: Neues Projekt nimmt Gestalt an

Seit einigen Jahren befasst sich die Stiftung Mintegra mit dem Thema «Alter und Migration». In einem nächsten Schritt sollen Ideen für integrative Veranstaltungen in den Gemeinden entwickelt werden.

Heidy Beyeler
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In der Pause gab es angeregte Gespräche, dabei wurde das Thema «Alter und Migration» intensiv diskutiert. (Bild: Heidy Beyeler)

In der Pause gab es angeregte Gespräche, dabei wurde das Thema «Alter und Migration» intensiv diskutiert. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

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Die regionale Arbeitsgruppe der Fachstelle Integration Mintegra will Migrantinnen und Migranten mit dem nächsten Schritt zum Projekt «Alter und Migration» auf die Pensionierung vorbereiten und begleiten. Zu diesem Zweck wurden Verantwortliche für Altersfragen der politischen Gemeinden und Kirchgemeinden sowie Personen von entsprechenden Fachstellen und Altersheimen in der Region Werdenberg zu einem gemeinsamen Austausch eingeladen.

Eingangs fasste Jakob Gähwiler, Leiter regionale Fachstelle Integration, kurz zusammen, welche Aktivitäten im Vorfeld in Bezug auf «Alter und Migration» bereits vollzogen wurden. Zur besseren Erreichung der älteren Migranten wurde ein Flyer mit Informationen und Adressen von regionalen Organisationen, die insbesondere Menschen im Alter ihre Dienste anbieten, in sechs Sprachen herausgegeben.

Informieren, sensibilisieren und informieren

Elf Frauen aus elf Nationen engagieren sich ehrenamtlich und beraten neu pensionierte Migranten im Hinblick auf die Gestaltung und Angebote im Bereich des dritten Lebensabschnittes, insbesondere weil die Zahl der älteren Migranten zusehends zunimmt. Blagica Alilovic betonte, dass es wichtig sei, konkrete interkulturelle Veranstaltungen für ältere Menschen zu organisieren, und nannte als Beispiel das in diesem Frühjahr geplante interkulturelle Fest in Gams für alle älteren Menschen – Schweizer wie Migranten. Der «Runde Tisch», initiiert vom Altersbeauftragten Ludwig Altenburger, Buchs, sei ebenso eine hilfreiche – und nachahmens­werte – Plattform, um Ideen unter Fachpersonen auszutauschen. Von Seiten der Gemeinde könnte man beispielsweise alle Bewohner – Schweizer wie Migranten –, die in Rente gehen, zu einer jährlich stattfindenden Pensioniertenbegrüssung einladen, wurde angeregt. «Der nächste Schritt im Projekt zielt darauf ab, den Senioren ab 62 Jahren aus verschiedenen Kulturkreisen und den Schweizer Senioren gemeinsam eine Plattform zur besseren Integration zu bieten. Dieses Vorhaben stosse bei den Gemeinden in der Region Werdenberg auf achtbares Interesse, betonte Alilovic. Wie dieses Projekt in den verschiedenen Gemeinden ausgestaltet wird, liege in der Hand der Verantwortlichen und könne durchaus in individueller Art erfolgen, hiess es. «Gute Ideen sind gefragt», motivierte Blagica Alilovic, «die Veranstaltungen können beispielsweise in Altersheimen stattfinden. Und, wir von der Mintegra unterstützen die Gemeinden: personell, fachlich und finanziell.» Die Stiftung Minte­gra beabsichtige deshalb, das Projekt beim Kanton einzugeben – für den Start zur Integration älterer Menschen. Nach gelungener Einführung soll sich das Projekt zu einem sogenannten Selbstläufer entwickeln.

Barbara Gähwiler schloss den Nachmittag mit den passenden Worten zum Thema: «Unwissenheit oder Unkenntnis kann eine Mauer sein, die verhindert, dass man weiterkommt.» Die Sprache sei auch so eine Mauer. Damit meine sie natürlich die Sprache, die man nicht spreche. Diejenige Sprache, die man gelernt habe, sei Brückenbauerin. Menschen mit verschiedener Herkunft, aus verschiedenen Gemeinden mit verschiedenen Lebenseinstellungen, politischen Gesinnungen, Religionen und Berufen finden Zeit, um sich darüber auszutauschen, wie sie sich gemeinsam für ein besseres Leben von Menschen einsetzen könnten, die sie gar nicht kennen.»