Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mutlose und kurzsichtige Reform

Leserbrief
Niklaus Stüdli, Arvenweg 5, Buchs

Erläuterung des Bundesrates in der Abstimmungsbroschüre der AHV-Reform 2020 auf S. 16, Abs. 3.: Die Reform passt die Altersvorsorge 2020 nach 20 Jahren ohne grundlegende Überarbeitung an die Bedürfnisse der Menschen an. Auch der aktuelle Vorschlag (Flickwerk) beinhaltet keine grosse Überarbeitung und lässt Zweifel über deren Ausgereiftheit für die Abstimmung vom 24. September aufkommen. Die Notwendigkeit einer Reform unserer beiden Vorsorgewerke AHV (Finanzierungslücke) und der beruflichen Vorsorge (Senkung Umwandlungssatz auf 6% im Obligatorium) war bei den Beratungen im Parlament über alle Parteien hinweg unbestritten, lediglich bei der Umsetzung waren diese geteilter Meinung. Die Stimmbürger sind nun mit einer von CVP, SP, GLP, BDP, EVP und Grünen erzwungenen kombinierten Vorlage konfrontiert, welche in 20 Jahren mehr Defizit generiert, als wenn man sie ablehnen und einfach wie gehabt weiterlaufen liesse. Zudem ist eine, wie anfangs der Beratungen vorgesehene Trennung der Sanierungen der ersten und zweiten Säule anzustreben. Diese Reform ist keine bürgerliche Reform und wurde insbesondere von den in den letzten Jahren arg gebeutelten Parteien kompromisslos vor allem im Ständerat, wo diese eine veritable Mehrheit besitzen, aufgegleist. Sie soll vermutlich die Bürger beeindrucken und diese Parteien als «Gutmenschen» erscheinen lassen. Leider ist diese Vorlage kein Kompromiss und schon gar kein Konsens. Eine Reform heisst nicht Ausbau (Rentenzuschuss von 70 Franken an alle heute 45–64-Jährigen, deren Besitzstand ja bereits schon finanziert und damit garantiert wäre, Erhöhung der Ehepaarrenten auf 155 % der max. Rente, Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen, sprich Jugendliche, heutige AHV-Bezüger), sondern Suche nach Parametern, welche die Vorsorge langfristig, zuverlässig sichern und in der Folgezeit ohne ständig neue Massnahmen beschliessen zu müssen, berechnen und anwenden liessen. Beat Kappeler, Dr. h.c. und von 1977–1992 Sekretär des Gewerkschaftsbundes und heute u.a. Wirtschaftskolumnist der NZZ beschreibt, dass z. B. Schweden, Polen, Italien und andere Formeln anwenden, wonach die laufenden und künftigen Renten nach dem Inlandprodukt, den Alterstrends, teilweise den Lohnsummen, welche präzise berechnet werden können, der Zahlungsfähigkeit der Arbeitenden, ihrer Anzahl gegenüber den Rentnern, der Inflation und Reallohnerhöhungen jährlich erfasst und entsprechend flexibel nach oben oder nach unten angepasst werden. Mit 2 × Nein könnten wir etwas Neues wagen. Warum nicht ein Tabu brechen und alle Teilnehmer unserer Gesellschaft, also Junge und Rentner, mit demselben AHV-System beglücken, aber auch belasten? Eine neue, nach vorgenannten Kriterien erhobene Berechnung ergäbe für laufende und künftige flexible Renten jährlich nur minime Auf- oder Abschläge und die AHV könnte auf Zukunft gesichert werden. Ich lege 2 × Nein in die Urne und den Auftrag für eine Neuordnung der Vorsorge zurück ins Bundeshaus.

Niklaus Stüdli, Arvenweg 5, Buchs

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.