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Mutig statt feige

Zum Sonntag
Pfarrer John Bachmann, Grabs

Es gehört zu den schlimmsten Vorwürfen, die man jemand machen kann: du warst feige! Keiner will feige sein. Das berührt uns in unserer Ehre. Und doch sind wir es immer wieder. Vielleicht nicht im herkömmlichen Sinn, vielleicht sind wir mutig und springen vom 10-Meter-Brett. Aber oft braucht es zum Beispiel viel Mut, in der Familie oder am Arbeitsplatz einen Konflikt anzusprechen.

Wir haben ein neues Kirchgemeindehaus. Mir hat letzthin ein Mitarbeiter gesagt, ich solle den Hund nicht ohne Leine ins Haus nehmen. Ich schätze es, wenn einer mutig ist und etwas Kritisches auch sagt. Mut ist aber sehr relativ und bei jedem anders. Für den einen braucht es riesigen Mut, ein Gebet öffentlich zu sprechen. Ein anderer macht das leicht. Für den einen ist es kaum der Rede wert, in die Höhe zu klettern, für den anderen braucht das viel Mut und er ist nachher emotional völlig müde. Gott sieht unser Herz an. Er weiss, wann wir Mut brauchen.

Es gibt Menschen, die sind total mutig, weil sie am Morgen trotz schwerer Ängste aufstehen und ihren Tag bestehen. Aber niemand bemerkt es, weil es objektiv nicht nach Mut aussieht und kein Sprung vom 10-Meter-Brett dabei ist. Aber Gott sieht es und ist stolz auf diesen Menschen. «Recht so, du guter und treuer Knecht» (Mth. 25:21)

Mut kann wachsen. Ulrich Zwingli war ein mutiger Mensch. Als in Zürich im Jahre 1519 die Pest ausbrach, ist er geblieben und hat weiterhin die Kranken besucht und seelsorglich betreut. Er bekam selbst die Pest, aber hat überlebt. Dieses Erlebnis hat ihn jedoch geprägt und mutig gemacht. Er hatte dem Tod in die Augen geblickt und dabei Gott erlebt. Von da an war er mutiger als vorher. Und Mut hat dieser Mann gebraucht, um gegen viel, viel Widerstand die Reformation voranzutreiben.

Petrus war feige und hat seinen Herrn verraten. Aber wem vertraut Jesus seine Gemeinde an? Gerade ihm! Gott ist sehr mutig. Trotz unserer Schwäche schenkt er uns Vertrauen. Gott hat grossen Mut bewiesen, als er den Menschen mit einem freien Willen ausstattete. Noch immer vertraut er uns an, dass wir seine Botschaft weitertragen. Sein Vertrauen in uns gibt uns Mut!

Pfarrer John Bachmann, Grabs

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