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Musik von «Giigeli-Ueli» lebt weiter

Als Interpret und Komponist hat sich Ueli Alder von der Streichmusik Alder grosse Verdienste erworben. Nun ist er im Alter von 92 Jahren gestorben. Seinen letzten offiziellen Auftritt hatte er im August 2012 im «Quellenhof» in Bad Ragaz.

URNÄSCH. Mit Ueli Alder ist am Donnerstag der letzte Vertreter der dritten Generation der bekannten Urnäscher Streichmusik Alder im Alter von 92 Jahren gestorben. «Er war ein brillanter Geiger und bis kurz vor seinem Tod ein Vollblutmusiker», sagt Jakob Freund, langjähriger musikalischer Weggefährte Alders.

Am 9. März 1922 wurde Ueli Alder in die Urnäscher Musikantenfamilie Alder geboren, im neunten Lebensjahr lernte er das Geigenspiel von seinem Grossvater Johannes Alder, Mitbegründer der Original Streichmusik Alder. Vor Publikum trat «Giigeli-Ueli», wie er genannt wurde, erstmals als 19-Jähriger auf. Viele Jahrzehnte strich er die Geige, im hohen Alter stand er mit seinem typischen Lächeln am Bass.

«Das Aushängeschild der Alders»

Mehr als 75 Jahre prägte «Giigeli-Ueli» die Streichmusik Alder, die seit 1884 besteht. Legendär sind die Auftritte der Formation an der Olma. Auch im Ausland war die Volksmusik aus Urnäsch gefragt. Mehr als 30mal war Ueli Alder mit «de Musig» in den USA. Bis ins hohe Alter musizierte er täglich. Am 1. August 2012 erfolgte der letzte offizielle Auftritt im «Quellenhof» in Bad Ragaz.

Der ehemalige Urnäscher Gemeindepräsident Stefan Frischknecht zeigt sich betroffen vom Tod Ueli Alders. «Er war ein leutseliger Mensch», sagt er. «Sympathisch, witzig, ein strahlender Appenzeller.» Stellvertretend für alle musizierenden Angehörigen der Grossfamilie Alder erhielt Ueli 2009 als bislang einziger das Ehrenbürgerrecht von Urnäsch – zum 125-Jahr-Jubiläum der Streichmusik Alder. In all den Jahren sei die Familie Alder in der ganzen Welt Botschafterin der Gemeinde und der Region gewesen, sagt Frischknecht. Er erinnert sich, dass ihm anlässlich dieser Ehrung bewusst geworden sei, dass Ueli Alder nicht nur als Interpret, sondern auch als Komponist grosse Verdienste zuteil kommen. Frischknecht nennt den Verstorbenen «das Aushängeschild» der Alders.

Offen für Experimente

In der Volksmusik verankert, sei der «Bühnenmensch» Ueli Alder stets offen für Experimente gewesen, sagt Freund. Zum Beispiel habe er die Auftritte mit Rapper Bligg besonders genossen. Einmal sagte Ueli Alder: «Die Tänze, die mein Grossvater überliefert hat, halte ich in Ehren, damit sie nicht vergessen gehen.» Auch Ueli Alder komponierte zahlreiche Stücke, die viele Formationen in ihrem Repertoire haben. «Rauschen der Urnäsch» nennt Jakob Freund als besonderes Stück. «Es ist harmonisch anspruchsvoll und doch gehörfällig.» Am Donnerstag ist Ueli Alder, «Giigeli-Ueli», im Kreise seiner Familie für immer eingeschlafen. In seiner Musik wird er weiterleben. (mc/rf)

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