Musik und Humor fürs Gemüt

Am Dienstagabend war die Alte Mühle gut gefüllt mit Gästen, welche sich am Tag der Kleinkunst zu einem rundum gelungenen Anlass mit den Trachtigallen und dem Ensemble Tonikum dort einfanden.

Mengia Albertin
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Die ausdrucksstarken Trachtigallen bei einem erzählerischen «Stubete-Lied» in der Alten Mühle Gams. Bilder: Mengia Albertin

Die ausdrucksstarken Trachtigallen bei einem erzählerischen «Stubete-Lied» in der Alten Mühle Gams. Bilder: Mengia Albertin

Der Schweizer Kleinkunsttag findet jeweils am 13. September statt. Für diesen speziellen Tag wollten die Veranstalter der Alten Mühle Gams gerne Künstler aus der Region präsentieren. Es sei jedoch gar nicht so leicht, solche zu finden. Mit den beiden Gruppen Tonikum und Nachtigallen, welche die Liebe zu volkstümlicher Musik verbindet, ergab sich ein abwechslungsreiches Programm. Die vielen Zuhörer zeigten, dass die Kleinkunst nicht klein sein muss, sondern auch «gross sein kann.» Laut, leise, traurig, lüpfig und heiter schallten die volkstümlichen Lieder durch die hölzig-gemütlichen Räume und die Besucher kamen auf ihre Kosten.

Eine Reise durch die Breite der Volksmusik

Musikalisch startete der Abend mit der engagierten Gruppe Tonikum. Das Ensemble besteht aus Bernadette Helbling, Patrizia Bislin, Irene Müller, Silvia Bättig und dem «Hahn im Korb», Hans Köppel. Initiiert und unterstützt wurde und wird die musikalische Truppe von Markus Nauer. Volkstümlich bewegten sie sich mit abwechselndem Einsatz verschiedener Instrumente quer durch den gesamten Globus. So ging es von Frankreich und Bulgarien bis nach Spanien und zum Country-Stück wurde sogar kräftig gesungen. Seit drei Jahren besteht Tonikum bereits, in dieser Formation hätten sie heute zum ersten Mal einen Auftritt gehabt. Mit Charme, Humor, natürlicher Art und musikalischem Können überzeugte die Gruppe.

Die Trachtigallen haben ihren Namen von den «Werdenberger Nachtigallen» abgeleitet, wie eine der Sängerinnen, Judith Kessler, erzählt. Alle Mitglieder kommen aus der Region und treffen sich aus der Liebe zum Singen von Volksliedern. Diese Leidenschaft ist für den Zuhörer wie auch für den Zuschauer spürbar. Die sieben Sängerinnen (Vreni Keller, Judith Kessler, Claudia Gämperli Schmid, Monika Hübner, Marianne Reinhold, Verena Aerne und Regula Sturzenegger) treten stets in ihren traditionellen Trachten auf. Die Frauen präsentierten die Stücke mit grossem Ausdruck und Witz. Die Lieder erzählten von Stubeten und den dazugehörigen Traditionen, von «Tanzfüdlis» mit durchgetanzten Schuhen, von Liebe und Leid und vom Leben selbst.

Unterhaltsame Anekdoten aus der Region

Zum Schluss spielten Tonikum und Trachtigallen ein gemeinsames, in der Region nur allzu bekanntes Volkslied: das Werdenberger Lied. Dies sei angeblich ein Plagiat, denn die Melodie stamme vom «Säuliämterlied aus Affoltern.» Den Werdenbergern habe es so zugesagt, dass sie prompt einen eigenen Text dazu durchsetzten. Auch solche interessanten Anekdoten zu Fakten aus der Region machten den Abend zu einem gelungenen Anlass und die Gäste waren sichtlich zufrieden. Diese Zufriedenheit wurde mit einer abschliessenden Verlosung für Tickets von Theatern in der Region vollends abgerundet.

Das Tonikum-Ensemble lebte vom Einsatz unterschiedlicher Instrumente und volkstümlicher Lieder aus der ganzen Welt.

Das Tonikum-Ensemble lebte vom Einsatz unterschiedlicher Instrumente und volkstümlicher Lieder aus der ganzen Welt.