«Musik schweisst uns zusammen»

Crying Children sind vier Jungs aus dem Werdenberg. Sie belegten schon beim Bandwettbewerb «Rock auf Rock» und beim Wettbewerb «Rheinthal Soundz» den ersten Platz. Nun steht diesen Samstag im «fabriggli» ihre Plattentaufe an.

Johanna Senn
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Freuen sich auf die morgige Plattentaufe: Die vier «schreienden Kinder». (Bild: pd)

Freuen sich auf die morgige Plattentaufe: Die vier «schreienden Kinder». (Bild: pd)

Der W&O sprach mit den vier Jungs Aaron Lutziger, Dave Hauser, Dylan Thwaites und Luca Tescari von Crying Children über Punk, Groupies und ihre anstehende Plattentaufe von morgen Samstag im fabriggli.

Beschreibt Euch in fünf Worten!

Crying Children: Ooh, das wird schwer... Abwechslungsreich, dilettantisch, kindisch, perfekt, ironisch.

Wieso macht Ihr Punkrock?

Crying Children: Weil wir viel Geld dafür bekommen und natürlich wegen der Frauen (lachen). Ja, wir können uns kaum vor Groupies retten.

Ein Wunder, dass Ihr es zum Termin geschafft habt.

Crying Children: Nein, Spass beiseite. Es macht uns einfach eine riesen Freude und geht ab!

Die grosse Zeit des Punks ist doch etwas vorbei. Ist Punkrock in der heutigen Zeit möglich?

Crying Children: Klar. Die Szene ist am Aufblühen und es sind viele junge Bands am Kommen, mit denen wir uns auch vernetzen können. Man organisiert auch einiges füreinander.

Braucht es denn Punkrock?

Crying Children: Ja! Wir wollen die Gesellschaft kritisch hinterfragen. Und es braucht Menschen, die den Mut haben, zum eigenen Gedankengut zu stehen.

Mit welcher gesellschaftlichen Entwicklung seid Ihr denn nicht einverstanden? – Als Punks müsstet Ihr ja eher links sein.

Crying Children: Nicht unbedingt. Jeder von uns hat seine eigenen Ansichten. Jeder ist sein eigener Typ. Wir sind nicht die klassische Punkband. Unsere Motivationen sind nicht nur politisch. Denn wir haben, was die Politik angeht, zum Teil unterschiedliche Vorstellungen. Was uns verbindet, ist die Musik. Sie schweisst uns zusammen und ist unser gemeinsamer Nenner. Auch musikalisch sind wir aber zum Teil verschiedene Typen. Wir sind da sehr offen und hören auch privat nicht nur Punkrock.

Ihr seid aus der Region und konntet schon einige Erfolge verbuchen. Tretet Ihr vielleicht bald in die Fussstapfen von Bands wie etwa Nofnog?

Crying Children: Die sind schon noch in einer anderen Liga. Die sind ja jetzt in Kuba, doch sie sind schon ein wenig ein Vorbild für uns. So als Zugpferd zumindest. Sie wohnen einige Dörfer weiter weg von uns und haben es schon ans Greenfield geschafft. Das wäre für uns schon auch ein Ziel.

Ihr spielt ja morgen erstmals im Buchser Kleintheater fabriggli. Die erste Plattentaufe steht bevor. Seid Ihr aufgeregt?

Crying Children: Aufgeregt in dem Sinne nicht, aber wir freuen uns natürlich sehr. Wie gesagt, es ist unsere erste Plattentaufe und wir freuen uns, dies mit unseren Fans und Unterstützern zu teilen. Wir haben da so einen Fan-Kern sozusagen. Und ohne die hätten wir es nie bis dorthin gebracht, wo wir jetzt schon mal sind.

Ihr schreibt Eure Lieder selbst. Wie geht das vonstatten?

Crying Children: Der Hauptsongwriter ist schon Aaron. Doch jeder steuert Songs bei. Früher hatten wir vielleicht etwa drei Songs, an denen wir einige Stunden feilen konnten. Mittlerweile sind es aber viel mehr Lieder geworden. Deshalb ist die Devise meist, dass man mit dem fertigen Stück in die Probe kommt, damit wir sofort mit Spielen beginnen können. Wenn zum Beispiel noch ein Gitarrenpart gebraucht wird, bringt der Gitarrist die Vorschläge gleich zur Bandprobe mit.

Welchen Song muss man sich unbedingt angehört haben?

Crying Children: «Thunderqueen».

Habt Ihr – nach der Plattentaufe – grosse Pläne?

Crying Children: Die Groupies erst mal loswerden (lachen). Nein, also es muss einfach weitergehen. Wenn wir nach drei Jahren immer noch am gleichen Punkt sind wie jetzt, dann ist etwas nicht ideal gelaufen. Der Wunsch davon zu leben besteht schon, wie realistisch das ist, ist die andere Frage.

Erste Plattentaufe – gibt es Champagner?

Crying Children: Seht Ihr dann! (lachen) Zu uns passt eher Bier.

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