Musik macht die Herzen frei bei Sigi Sallers Garagenband

SALEZ. In den 1990er Jahren richtete sich Siegfried Saller in Salez in seiner Garage ein kleines Tonstudio ein. Mit der CD «Evergreens soft & rough» legt er einen neuen Tonträger vor.

Hansruedi Rohrer
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SALEZ. In den 1990er Jahren richtete sich Siegfried Saller in Salez in seiner Garage ein kleines Tonstudio ein. Mit der CD «Evergreens soft & rough» legt er einen neuen Tonträger vor.

Es ist nicht einfach nur eine Garage von Siegfried (Sigi) Saller. Und mit Ingrid Rüst und Stefan Gantenbein sind zwei langjährige Musikfreunde mit von der Partie auf der neuen CD. Das Ganze nennt sich «Old Shatterhand Garagenband».

Seit dem Jahr 2007 ist Sigi Saller pensioniert. Bis dann war er im Asylwesen tätig. Doch die Musik und das Musikmachen hat er sich schon längst als Hobby angeeignet. Seit der Pension ist er auch vermehrt in seinem Garagen-Band-Studio anzutreffen. Seit Urzeiten heisst es bei Sigis Geschichte: «Mit Musik geht alles besser, und sie macht die Herzen frei.» Doch beginnen wir diese Geschichte von vorne.

Aus der Steiermark

Der in der österreichischen Steiermark aufgewachsene Siegfried Saller hätte nach dem Krieg ins Militär einrücken sollen, was ihm aber gar nicht behagte. So kam er in die Schweiz, wo er an verschiedenen Orten im Rheintal Arbeit fand. Er war auch Angestellter bei einer Versicherungsgesellschaft und später Personalchef einer weiteren Firma. Noch viel später war er im Amt für Soziales des Kantons St. Gallen beschäftigt. Er leitete da eine Zeitlang das Zentrum für Asylbewerber im ehemaligen Kurhaus Buchserberg.

Seit nahezu neun Jahren geniesst er die Pension zusammen mit Ehefrau Therese in seinem Haus in Salez. Die Musik hat Sigi Saller schon früh erfasst und nicht mehr losgelassen. Er war Tanzmusiker und spielte in eigenen und anderen Bands. Damit wurde er bekannt und beliebt.

In den Sechzigern

Es begann in den 1960er Jahren: Sigi Saller spielte in jener Zeit in der Italiener-Band I Dinamici. Bei deren Bandleader lernte er die zu jener Zeit üblichen und beliebten harmonischen Italosongs. Sigi erinnert sich: «So kriegte ich mit, dass es ausser Dur, Moll und Septime auch noch andere Griffe auf der Gitarre gab. Selbstverständlich passierte das alles immer im Selbststudium.»

In den folgenden Jahren machte Sigi mit der Beat-Band The Clerks die Gegend unsicher. In Rheineck in der «Laterne» sei man das erste Mal im Fernsehen gekommen und das zweite Mal in der Sendung «Rendez-vous am Bodensee», erwähnt der Hobbymusiker. In der Tonhalle St. Gallen habe man sogar einen Bandwettbewerb gewonnen.

Erste Single produziert

Dank dem Erwerb eines Stereo-Tonbandgerätes Ende der Sechziger produzierte Sigi als «Siegfried» seine erste Single: «Mystery Music»/«Ich will nach Haus». Es folgten unvergessliche Auftritte in Vaduz, in Zürich und im Fernsehen sowie Engagements mit den Gruppen The New Clerks und The Moods. Ende der 1970er Jahre entstand aus den Moods sogar das Sigi Saller Septett. Das war vielleicht der Höhepunkt von Sigis Musikerkarriere. Mit diesem Septett errang er nämlich Achtungserfolge im Hilton, im Dolder oder bei Auftritten mit Klybi, Walter Roderer, Eireen Sheer und anderen Grössen aus der Showbranche. Nach dem Septett gab es das Sigi Saller Set mit sechs Bläsern, einer tollen Sängerin und insgesamt elf Mitwirkenden. Es folgten diverse Auftritte in verschiedenen Duos, es entstand die erste MC Sigis Best, und noch in den 1980er Jahren war das Trio Swiss Made Sigis Band.

Bei den Blackbirds

Sigi Saller erinnert sich auch an die Musikgruppe Blackbirds bei der Hochzeitsfeier des Schweizer TV-Stars Mäni Weber in Vaduz. Nachdem er als gut Fünfzigjähriger von der Bühne der Tanzmusiker abgetreten war, hat Sigi Saller natürlich nicht aufgehört zu musizieren. «In der Garage installierte ich das Studio, in dem ich bis heute Songs und Melodien aufnehme, welche mir das Leben so schenkt.» Heute ohne Tonband, der Computer macht es möglich. «Meines fortgeschrittenen Alters wegen nannte ich mich fortan Old Shatterhand», meint Sigi Saller schmunzelnd. Es entstanden mehrere Tonträger, die neueste Produktion ist die eingangs erwähnte CD.

Seit Anfang des neuen Jahrtausends habe man sich zudem in der Heart Rock Band (die Rockband mit Herz) in Altenrhein zusammengefunden, wo man Songs aus den 60er- und 70er-Jahren spielte, verrät Sigi. Aber dann sei arbeitsmässig die schönste Zeit gekommen, nämlich die Pensionierung! Mit einem neuen Computer. Und der langjährigen Bekannten Ingrid Rüst, welche sich als geniale Gesangspartnerin entpuppte. Sigi Sallers produktive und innovative Welt ist also immer noch die Garage, aus der die Musik kommt, seine Musik. Dabei windet er seiner Frau Therese ein Kränzlein mit vier Kompositionen, die nur ihr gewidmet sind. «Schliesslich passierten meine musikalischen Ausritte ja immer in der Freizeit neben der regulären Arbeit.» Der musikalische Salezer geniesst weiterhin die Zeit und auch die Zeit für Neues.

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