Morgenröte dank Aussprache

Grossaufmarsch der Aktionäre der Bergbahnen Wildhaus AG, Ja zur Aktienkapitalerhöhung und die Information, dass die Kontrahenten im Tarifstreit wieder zusammen am Tisch sitzen: All das prägte die Generalversammlung.

Adi Lippuner
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Die Aktionäre sagten in der bis auf den letzten Platz gefüllten Mehrzweckhalle Ja zur Aktienkapitalerhöhung, und damit zur Vorwärtsstrategie der Bergbahnen Wildhaus AG. (Bild: Adi Lippuner)

Die Aktionäre sagten in der bis auf den letzten Platz gefüllten Mehrzweckhalle Ja zur Aktienkapitalerhöhung, und damit zur Vorwärtsstrategie der Bergbahnen Wildhaus AG. (Bild: Adi Lippuner)

WILDHAUS. Die Mehrzweckhalle Chuchitobel war am Samstagvormittag bis auf den letzten Platz besetzt. 381 Personen, gegen 100 mehr als in anderen Jahren, wollten aus erster Hand erfahren, ob mit einer gemeinsamen Wintersaisonkarte der Bergbahnen im obersten Toggenburg gerechnet werden kann.

Der Tarifkonflikt zwischen den Bergbahnen Wildhaus AG (BBW) und den Toggenburger Bergbahnen AG (TBB) in Unterwasser hat dem Obertoggenburg weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit gebracht. In zahlreichen Leserbriefen wurde zur Vernunft und zu einer gemeinsamen Strategie aufgerufen

«Es war ein gutes Gespräch»

Und was sagt Verwaltungsrat Jakob Rhyner dazu? «Lasst zusammen, was zusammen gehört.» Der gemeinsame Tarif sei eine Notwendigkeit für die Region und dürfe auf gar keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden.

Als positives Signal darf die Tatsache gewertet werden, dass Vertreter beider Bergbahnen am Freitag mit dem St. Galler Regierungspräsidenten Benedikt Würth sowie Peter Kuratli, dem Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, am gleichen Tisch sassen.

Das Ergebnis wurde von Peter Kuratli wie folgt kommuniziert: «Es hat ein gutes Gespräch stattgefunden. Beide Seiten haben ein Interesse an einem gemeinsamen Tarifverbund. Sie sind an einer Lösung interessiert und haben sich über die nächsten Verhandlungsschritte verständigt.» Es sei vereinbart worden, momentan keine weiteren Auskünfte zu erteilen.

Und genau an diesen Wortlaut hielt sich auch der Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus AG: «Wir sitzen nun wieder gemeinsam am Verhandlungstisch und wollen das Ergebnis an einer Informationsveranstaltung vom 17. Oktober allen Aktionären kommunizieren.»

Vorwärtsstrategie präsentiert

Für BBW-Geschäftsführer Urs Gantenbein ist klar, dass die vergangenen Wochen nicht einfach waren. Doch er sagte: «Es muss uns allen gelingen, den Schlamassel, in dem wir uns aktuell wegen der noch nicht vorhandenen regionalen Wintertickets befinden, beiseite zu schieben.»

Es gehe um eine Vorwärtsstrategie, um die Erneuerung und Verbesserung der Infrastruktur, aber auch um eine grundsätzliche Haltung, wie den Herausforderungen des Marktes begegnet werden solle, führt er an der Generalversammlung aus.

Im Bereich Wildhaus-Oberdorf bis Freienalp sollen drei bis vier Skilifte durch einen modernen Sessellift ersetzt werden. Zudem steht auch ein «Zauberteppich», wie er von Wintersport-Anfängern geschätzt wird, zur Debatte. Konkret geht es den Verantwortlichen der Bergbahnen Wildhaus darum, das Skigebiet ganz klar zu positionieren. Im unteren Bereich werden die Angebote für Anfänger und Wintersport-Einsteiger ausgebaut und verbessert. Zudem will sich das Unternehmen ganz klar im Markt positionieren und sowohl Familien, Gruppen als auch Individualgäste ansprechen.

2,6 Millionen mehr Aktienkapital

Aktuell beträgt das Aktienkapital der Bergbahnen Wildhaus AG 5,2 Millionen Franken. Mit der genehmigten Erhöhung – bei nur fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen – sollen weitere 2,6 Millionen Franken dazu kommen. Damit wird das Fundament für die geplanten Gesamtinvestitionen im Umfang von 20 Millionen geschaffen. Rund die Hälfte davon wird für den Aus- und Neubau der Bahnen und die andere für die Erneuerung und Verbesserung der Beschneiung verwendet.

Zwischen Talstation und Oberdorf sollen sich auch Gäste wohl fühlen, die nicht Ski oder Snowboard fahren. «Es gibt keine andere Destination, welche Winterwanderwege, Langlaufloipen, Schneeschuhrouten, Eislaufen, Curling sowie eine Schlittelpiste im gleichen Gebiet haben», betonte Urs Gantenbein. Deshalb werde auch die Beschneiung der Schlittelpiste in Angriff genommen. ? NACHGEFRAGT