Mit Wasser statt Benzin Stoff geben

Vom Hybrid über das Elektroauto bis hin zum Wasserstoff: Die Automobilindustrie forscht seit Jahren an alternativen Antrieben, die dereinst das Benzin ablösen sollen. Über Vor- und Nachteile von Wasserstoff als Energielieferant.

Armando Bianco
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2015 am Auto-Salon in Genf präsentiert: Der Toyota Mirai, das erste Wasserstoff-Auto des asiatischen Konzerns. (Bild: Ralph Ribi)

2015 am Auto-Salon in Genf präsentiert: Der Toyota Mirai, das erste Wasserstoff-Auto des asiatischen Konzerns. (Bild: Ralph Ribi)

Waren bis vor wenigen Jahren auf Schweizer Strassen hauptsächlich noch rein benzingetriebene Autos unterwegs, stehen heute immer mehr Fahrzeuge mit alternativem Antrieb im Einsatz, wenn auch mit einem vergleichsweise geringen Marktanteil. Immerhin: Hybrid-Autos verkaufen sich besser als beispielsweise Elektroautos. Ein neues Automobil-Zeitalter sollen auch Fahrzeuge einläuten, die sich mit der Kraft von Wasserstoff fortbewegen. Dieses Vorhaben ist zwar nicht neu, schon seit vielen Jahren wird daran getüftelt, zu einer (Massen-)Marktreife hat es bisher aber noch kein Auto wirklich gebracht.

Fällt der Siegeszug aus?

Automobilkonzerne investierten viel Geld und Aufwand in alternative Antriebe, die dereinst vom Spartengeschäft zu einem Hauptsegment aufsteigen könnte. Aber wie so vieles in der Automobilität ist auch der Siegeszug von Wasserstoff-Autos nicht in Stein gemeisselt. Im Gegenteil, Experten hegen sogar Zweifel.

Das liegt unter anderem daran, dass der als Treibstoff dienende Wasserstoff nicht als Primärenergie existiert, sprich mit einigem energetischen Aufwand hergestellt werden muss. Und eigentlich dienen die Forschungen heute dafür, die Umwelt in Zukunft weniger mit Emissionen zu belasten. Und letztlich spielt auch der Preis des Energieträgers beziehungsweise des Fahrzeugs selbst eine Rolle. Bis vor fünf Jahren waren Antriebe, die fossile Treibstoffe nutzen, günstiger als Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb.

Diverse Modelle der Hersteller

Als erster Hersteller ist im vergangenen Jahr Hyundai mit einem Brennstoffzellenfahrzeug in die Serienproduktion gegangen – mit dem ix35 FCEV. Zuvor wurde Hyundai mit dem «Car of the Future»-Award des Brüsseler Auto-Salons 2013 ausgezeichnet. Auch andere Hersteller sind mit Wasserstoffautos vorgeprescht, allerdings nicht in Serie: Als Beispiele dienen Toyota Mirai, Honda Clarity, BMW Hydrogen 7. Und wiederum andere Fahrzeugbauer sind noch weiter von einem Serienmodell entfernt.

Der Markt wird es regeln

Noch ungelöst ist das Problem mit den fehlenden Tankstellen, derzeit gibt es schweizweit keine Handvoll davon, um Wasserstoff-Autos wieder zu betanken. Die Crux mit den vergleichsweise hohen Preisen der verschiedenen Modelle wird sich auf die Weise lösen, wie es die Gesetzes des Marktes schon immer gelöst haben: Steigt die Nachfrage, sinkt der Preis. Hilfreich dabei dürfte sein, dass eine Tankfüllung bei den aktuellen Preisen an den Zapfsäulen klar weniger kostet als bei einem Benziner.

Im vergangenen Jahre kündigte Nicholas Blattner, Mediensprecher der Schweizer Hyundai-Niederlassung an, dass man über kurz oder lang «zeigen will, dass das Wasserstoffauto alltagstauglich ist.» Dafür müsste allerdings wohl eben auch der vergleichsweise hohe Preis mit der Zeit alltagstauglich werden. Überwindbar sind aber auch diese Hürden, als bestes Beispiel dient dafür der Hybrid-Antrieb, welcher heute Akzeptanz und Nachfrage findet, zu Beginn aber mehr als nur belächelt wurde.

Bild: ARMANDO BIANCO

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