Mit warmer Kost unterwegs

Gerade hat Markus Häberlin aus Trübbach sein kleines Auto zielsicher in eine Nebenstrasse gelenkt. Sein Job «auf Rädern» führt ihn und seine Fracht an viele Haustüren. Dort wird der flinke Pizzakurier immer gern empfangen.

Silvia Frick
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Pizzakurier Markus Häberlin aus Trübbach ist startbereit. Er geniesst seine Selbständigkeit auf vier Rädern. (Bild: Silvia Frick)

Pizzakurier Markus Häberlin aus Trübbach ist startbereit. Er geniesst seine Selbständigkeit auf vier Rädern. (Bild: Silvia Frick)

BUCHS/TRÜBBACH. Um 17.10 Uhr klingelt das Telefon. Markus Häberlin antwortet: «Ja, gerne, ich notiere. Sie wohnen an welcher Adresse, bitte? Es wird aber etwa eine halbe Stunde dauern. Herzlichen Dank und bis dann!» Markus Häberlin arbeitet in der Pizzeria Buono in Buchs. Kurz nach dem Telefonanruf ist die Bestellung mit Name und Adresse exakt eingetippt. Zwei Räume entfernt, gleich neben dem Pizzaofen, rascheln Bestellung und Kopie aus dem Drucker. Sogleich greift der Pizzaiolo nach einem portionierten Teig, belegt ihn mit den gewünschten Zutaten und schiebt ihn in den Pizzaofen. Inzwischen steht Pizzakurier Häberlin schon bereit, um seine erste Pizza auszuliefern.

Pizze, jederzeit noch ofenwarm

Genaue Planung ist in diesem Geschäft notwendig. Fünf Kurierautos stehen bereit. Die Pizzakuriere teilen sich in die Kuriertouren. Drei davon benötigt es zu Spitzenzeiten jeden Tag, um die Nachfragen abzudecken, weiss Häberlin. Bestellungen werden im Abstand von zehn Minuten eingeplant und geliefert, oft eine Pizza nach der anderen an diverse Adressen. Und der Ofen fährt mit. Jedes der flinken Pizza-Buono-Autos ist mit einem elektrischen Ofen ausgestattet, der während der Fahrt weiter heizt. So erreichen die Pizze den Kunden immer schmackhaft und warm.

«Genau das ist sehr wichtig, denn wenn ein Kunde Pizza bestellt, hat er Hunger und will geniessen», weiss Häberlin. Nach drei Jahren Lieferdienst hat er nun auch weitere Verantwortung übernommen. Er bedient oft das Telefon. Vielen Kunden erkennt er gleich an ihrer Stimme. Aber auch dann lässt er sich jeweils nochmals die Lieferadresse bestätigen, denn ein Kunde könne ja auch bei Bekannten anrufen. Jede mögliche Panne soll nämlich ausgeschlossen werden. Bestellen dann auch mal vier Personen, aber eine davon liebt Pizza nicht, so fahren mit den flinken Kurieren ganz einfach auch frische Pasta, Poulet, Fisch etc., Salate und Getränke mit. Die Auswahl in der Bestellbroschüre ist vielfältig, keine Mindestbestellung setzt Grenzen und jede Pizza wird ohne Transportzuschlag geliefert.

Job auf vier Rädern

Für Markus Häberlin bedeutet sein Job auf vier Rädern Bewegung und Abwechslung. «Wenn ich fahre, bin ich total selbständig, ich entscheide und trage die Verantwortung einer guten Lieferung persönlich.» Beim Jobstart musste er die Gegend erst kennenlernen. Inzwischen kenne er aber zwischen Sargans und Lienz, Triesenberg, Schellenberg und bis Oberschan alle Dörfer, inklusive ihren Schleichwegen.

Auch wenn er flink fährt, einen Unfall hatte er glücklicherweise noch nie. «Allerdings blieb ich einmal im Stau auf der Autobahn hängen – hoffnungslos. Stop-and-go machten meine Pizze mit und waren schliesslich nicht mehr knusprig. Es blieb mir nichts anderes als anzurufen, neue Pizze backen zu lassen und sie von einem Kurierkollegen neu auf den Weg zu schicken», gesteht Häberlin. Pizzakuriere geben ihr Bestes, auch wenn ihr Job einmal für extreme Anspannung sorgt. Denn Pizze schnell und gut zu liefern, macht ihnen ganz einfach Spass.

Markus Häberlin kann sich nicht vorstellen, in einem Büro nur am Computer zu tippen, obwohl er auch gerne mal Computerspiele macht.

In der Freizeit auf zwei Rädern

Die Liebe hat ihn in die Gegend gelockt, seine Freundin kommt aus Buchs. Deshalb hat er sich auf ein Inserat «gesucht: Pizzakurier» aus der Zeitung beworben. In seiner Freizeit bewegt er sich sehr gern auf den zwei Rädern seines Motorrads. «Und an schönen Sommertagen sitze ich gern einfach mit meiner Freundin in einer Badi und spanne aus», meint der Pizzakurier zufrieden.

Bild: SILVIA FRICK

Bild: SILVIA FRICK