Mit Orten der Ruhe blühende Kinderoasen schaffen

GRABS. Am Freitag wurde in den Räumen des Vereins Spielraum Lebensraum das Buch «Begleitkunst in Eltern-Kind-Gruppen» vorgestellt. Die Autorin beschreibt darin ihre Erfahrungen, die sie während ihrer Arbeit mit Kleinkindern und deren Eltern gemacht hat.

Esther Wyss
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Zum Thema Musik erklärt Autorin Maria Luisa Nüesch die Wirkung der pentatonischen Kinder-Leier. (Bild: Esther Wyss)

Zum Thema Musik erklärt Autorin Maria Luisa Nüesch die Wirkung der pentatonischen Kinder-Leier. (Bild: Esther Wyss)

GRABS. Am Freitag wurde in den Räumen des Vereins Spielraum Lebensraum das Buch «Begleitkunst in Eltern-Kind-Gruppen» vorgestellt. Die Autorin beschreibt darin ihre Erfahrungen, die sie während ihrer Arbeit mit Kleinkindern und deren Eltern gemacht hat.

Maria Luisa Nüesch, wohnhaft in Grabs, hat ihr ganzes Berufsleben dem kleinen Kind gewidmet. Ihr besonderes Interesse galt von jeher dem freien, urtümlichen Spiel der Kinder, der Elternarbeit und der Wirkung der Medien. Immer wieder hat sie Kinder in heilenden Spielprozessen begleitet. Es ist ihr ein besonderes Anliegen, Verständnis für die Spielsprache der Kinder zu wecken. Während ihrer Tätigkeit zeigte sich immer mehr, dass präventive Arbeit wichtig ist und möglichst früh im Leben der Kinder ansetzten sollte. In den Wiegestuben des Vereins Spielraum Lebensraum konnte diese Vision Wirklichkeit werden. Aus diesem reichen Erfahrungsschatz der vergangenen zehn Jahre ist das Buch entstanden.

Aus der Praxis

Das praxisbezogene Buch ist in erster Linie für Leiterinnen von Eltern-Kind-Gruppen geschrieben, aber auch für Menschen, die beruflich mit Kleinkindern und deren Eltern zu tun haben und für interessierte Mütter und Väter. In der Einleitung vergleicht Maria Luisa Nüesch das Buch mit einem Zwergenhaus, einem Haus voll von Überraschungen, kleinen Räumen und plötzlichen Öffnungen in Unerwartetes, Ausblicken in den Garten und Fenstern zum Himmel. Das Buch ist stark gegliedert und liest sich leicht. Man kann vorne beginnen und bis zum Schluss lesen, oder aber auch einzelne Kapitel herauspicken. Es werden verschiedene Themen behandelt, wie zum Beispiel ein erster Blick in eine Wiegestube, von der Wirkung der Arbeit, Blick auf die Verletzlichkeit und Gefährdung, oder was heilend wirkt. Zwischen den Texten sind jeweils erlebte Geschichten aus der Praxis zur Veranschaulichung eingeschoben.

Nutzvoller Filter

Jeanette Berger, Präsidentin des Vereins, konnte anlässlich der Vernissage zahlreiche Besucherinnen begrüssen. Maria Luisa Nüesch erzählte, wie das Buch entstanden ist und dankte den Kindern und Eltern, die dazu beigetragen haben. Sie las Ausschnitte aus dem Kapitel «Arbeit im Umkreis der Kinder in den Wiegestuben» und aus den Wollgeschichten das Erlebnis mit Laurin. Zum Thema Musik schreibt die Autorin: «Die Augen können wir schliessen, nicht aber die Ohren». Es ist wichtig, dass wir mit den offenen Sinnen der Kinder achtsam umgehen, was sich in unserer Welt voller Lärm und Getöse schwierig gestaltet. Kleinkinder sind noch nicht fähig, ungewollte Eindrücke herauszufiltern und sind diesen deshalb hilflos ausgeliefert.

Ansprechende Gestaltung

Maria Luisa Nüesch sprach über den achtsamen Umgang mit Musik und von der heilenden Wirkung der Kinderleier. Das Buch ist sehr übersichtlich und sorgfältig gestaltet. Die Kapitel unterscheiden sich farblich und die eingefügten Geschichten und Zitate sind durch unterschiedliche Schriften gekennzeichnet.

Die Texte sind mit wundervollen Bildern von tätigen Kindern ergänzt. Doris Roduner umrahmte den Anlass mit sphärischen Klängen auf verschiedenen Instrumenten wie Kantele, Streichpsalter, Suonino und Flöte und dem metallisch warmen Klang von unterschiedlichen Gongs.

«Begleitkunst in Eltern-Kind- Gruppen», Maria Luisa Nüesch ISBN 978-3-033-05107-2