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Mit Ideen-Bündel gegen den Mangel

Arbeitspensen müssen flexibler werden. Anders ist dem Fachkräftemangel kaum beizukommen. So das Fazit des Podiums «Teilzeitjobs schaffen = Zukunftsmodell gegen Fachkräftemangel?», welches der Arbeitgeberverband und Frauennetzwerke organisiert haben.
Reinhold Meier
Arbeitspensen müssen flexibler werden, so der Tenor des Podiums mit Elias Kohler, Anna Warzinek, Nadja Heeb-Ackermann, Gabriela Manser, Heidi Hanselmann, Petra Jordan und Daniel Grünenfelder (von links), ganz rechts Moderator Jürg Stoop. (Bild: Reinhold Meier)

Arbeitspensen müssen flexibler werden, so der Tenor des Podiums mit Elias Kohler, Anna Warzinek, Nadja Heeb-Ackermann, Gabriela Manser, Heidi Hanselmann, Petra Jordan und Daniel Grünenfelder (von links), ganz rechts Moderator Jürg Stoop. (Bild: Reinhold Meier)

BAD RAGAZ. Es gibt kein Allheilmittel gegen Fachkräftemangel, auch die Rekrutierung im Ausland erweise sich als immer weniger zielführend, so Unternehmensberater Markus Oppliger vor den rund 60 Interessierten im Grand Resort Bad Ragaz. «Es braucht ein Dreier-Bündel von Massnahmen.» Der Nachwuchs müsse besser gefördert, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter und die Unterstützung von Älteren intensiver werden.

«Wir müssen den Forschergeist von jungen Leute fördern», so Oppliger weiter. Zudem seien die Bedingungen für Familien zu verbessern. «Kinderbetreuung ausserhalb der Kernzeiten muss selbstverständlich sein.» Mädchen seien früh auch in technischen Berufen zu fördern und flexible Modelle einzuführen, die den Familienmodellen entsprechen.

Ältere seriös fördern

Zuletzt gelte es, die Rahmenbedingungen für Menschen ab 50 Jahren zu verbessern. «Eine seriöse Karriereplanung weit vor der Pensionierung ist nötig, mit gutem Gesundheitsmanagement.» Die hohe Leistungsfähigkeit Älterer solle durch Fortbildung unterstützt werden. Auch die BVG müsse flexibler auf die flexibler werdenden Arbeits-Biographien reagieren.

«Es muss Schluss sein mit Vollgas oder Nichts», spitzte Oppliger im Blick auf die falsche Alternative zu. Das Modell traditioneller Vollverdiener entspreche immer weniger der Realität. «Heute braucht es Freiräume, um die Potenziale zu nutzen.» Die Politik habe darauf reagiert, betonte er mit dem Hinweis auf Teilzeitvorstösse des Bundesrates sowie des Kantons St. Gallen. «Nun sind die Unternehmen am Zug.» Zuvor hatte er kritisiert, dass Teilzeit oft nur halbherzig gefördert und Betroffene zu wenig eingebunden würden. «Wir müssen den Fokus auf die Ergebnisse eines Mitarbeiters legen, statt auf seine Präsenz.» Oft seien Führungskräfte dahingehend zu wenig geschult. Schade, da viel mehr Stellen teilzeittauglich seien, als man denke. «Der Fachkräftemangel ist akut, doch Teilzeit gilt als Karrierekiller, das geht so nicht.» Bei aktuell nur 38 Prozent Menschen in Teilzeit müsse etwas passieren.

50 000 Akademiker ohne Arbeit

Einem siebenköpfigem Podium kam die Aufgabe zu, diese Thesen zu diskutieren, zu ergänzen oder auch zu korrigieren. Regierungsrätin Heidi Hanselmann bestätigte die Analyse fürs Gesundheitswesen und verwies auf die Absicht, an der Uni St. Gallen ein medizinisches Studium zu etablieren und zugleich Pflegekräfte zur Weiterbildung zu motivieren. Petra Jordan vom Arbeitgeberverband Werdenberg-Sarganserland legte dar, dass Firmen schon aktiv sind, Stellen aber trotzdem offen blieben. «Wir fragen uns, wie wir Arbeit so attraktiv machen können, dass sie kommen», sagte sie mit Blick auf die 50 000 Akademikerinnen im Lande, die keiner Erwerbsarbeit nachgingen.

Teilzeit wird neue Normalität

Der Geschäftsführer der Tamina Therme, Daniel Grünenfelder, stellte das Netzwerk von 5-Sterne-Hotels vor, das Mitarbeiter schnell fit mache für neue Aufgaben. Denn Tatsache sei, dass man zwar alle Stellen besetzen könne, die Zahl von ungeeigneten Bewerbungen aber steige. «Es muss normal werden, dass Männer in Teilzeit arbeiten», forderte Goba-Geschäftsführerin Gabriela Manser. Sie setze auf Flexibilisierung und dazu müssten die Bilder in den Köpfen neu justiert werden.

Swiss-Pilot Elias Kohler hob die Vorteile seines Teilpensums hervor. «Es gibt keine Karriereeinbussen.» Familienfrau, Gemeinderätin und Bank-Teilzeiterin Nadja Heeb kritisierte, dass die Hürden für Teilzeit bei Männern höher seien als bei Frauen. Und Studentin Anna Warzinek plädierte für das On-Off-Modell. Je nach Bedürfnissen sollten die Familienpartner ihren beruflichen Einsatz justierten. Das gelte heute in ihrer Generation als selbstverständlich. Die begabte Songwriterin hatte dem Anlass zuvor mit Gesang und Piano auch musikalische Tiefe verliehen.

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